Theater und Konzerthaus...
Haushaltsloch trifft auch Kulturhauptstadt
07.09.2009 | 22:00 Uhr 2009-09-07T22:00:00+0200
Haushaltswirtschaftliche Sperre, Ausgabendisziplin, den Gürtel enger schnallen - das millionenschwere Loch im Stadthaushalt kratzt auch an der Kultur. Kulturdezernent Stüdemann erklärte auf Nachfrage, dass Kulturhauptstadtprojekte betroffen sein könnten.
Für 2009 gilt Haushaltssperre: Alle neuen Projekte müssen per Einzelantrag genehmigt werden. „Das wird aber nur im begrenztem Maße zur Drosselung des Kulturprogramms führen”, sagt Jörg Stüdemann (Bild), Kulturdezernent und seit wenigen Stunden auch stellvertretender Kämmerer. Die meisten Projekte seien bereits abgearbeitet oder genehmigt, gerade mit Blick auf Theater und Konzerthaus. „Die Lage ist auch schwierig, aber nicht so dramatisch.”
Traurige Lage
Anders klingt Stüdemanns Prognose für 2010: „Die Lage ist angesichts der Kulturhauptstadt besonders traurig”, räumt der Kulturdezernent ein. Zwar seien auch für dieses Jahr schon viele Projekte vertraglich gesichert, „aber ob die Dimension aufrecht zu erhalten ist, mag ich nicht sagen.” In zwei bis drei Wochen sollen konkrete Maßnahmen besprochen werden: Die Sparlast werde in „verantwortbarer Dimension” alle Dezernate treffen.
28 Millionen Euro pro Saison
„Wie halte ich den Spielplan und die Premieren ein?”, war die erste Frage, die sich Bettina Pesch, geschäftsführende Direktorin des Theaters, stellte, als sie von dem Defizit hörte. 28 Millionen Euro pro Saison zahlt die Stadt an das Theater. Spielraum sieht sie nicht: Der Spielplan der aktuellen Saison wurde im März vorgestellt und sei verbindlich; zudem binde das Personal 80 Prozent Fixkosten. „Einsparmöglichkeiten sind da nicht gegeben.” Wie es in der nächsten Saison aussehe, wisse sie nicht - substantielle Einsparungen seien aber nicht möglich, ohne die grundsätzliche Art, wie in Dortmund Theater gemacht werde, zu ändern. „Ich überlege, wo ich noch kratzen kann - aber man kann eine Institution ja nicht wirtschaftlich gefährden.” An den Plänen für die Junge Bühne Westfalen, die Kinder- und Jugendtheater und Kinderoper am Wall verbinden soll, will Pesch festhalten - rechnet aber nicht mit einer Zusage in diesem Jahr.
Konzerthaus will Krise mitbewältigen
Überrascht von der Situation wurde auch das Konzerthaus als städtische GmbH: Intendant Benedikt Stampa rechnet mit Einsparmaßnahmen, „die jedoch den Spielbetrieb und das hohe Niveau des Hauses nicht einschränken sollten”. Das Haus müsse weiter in der „Bundesliga” spielen. Er habe den Spielplan stets auf Grundlage einer gesunden Finanzierung aufgestellt. „Nun bin ich gerne bereit, bei der Bewältigung der Krise mitzuhelfen. Konkrete Direktiven von Seiten der Stadt gibt es bislang nicht. Ich befinde mich aber in enger Abstimmung mit den zuständigen Gremien.”
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