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Preisverleihung

Große Nelly-Sachs-Schau in Dortmund

15.01.2010 | 10:00 Uhr
Große Nelly-Sachs-Schau in Dortmund

Dortmund. Seit 1961 vergibt die Stadt Dortmund den mit 15.000 Euro dotierten Nelly-Sachs-Preis, 2010 an Margaret Atwood. Jetzt kündigt sich die Chance auf einen tiefergehenden Blick in das Leben der Schriftstellerin an: 2011 soll eine große Nelly-Sachs-Ausstellung nach Dortmund kommen.

Dortmund soll im kommenden Jahr eine große Nelly-Sachs-Ausstellung bekommen - und die Vorbereitungen für die verschobene Verleihung des nach Sachs benannten Preises an die Kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (Foto) laufen.

„Flucht und Verwandlung - Nelly Sachs, Schriftstellerin Berlin/Stockholm” heißt die Wanderausstellung, die vom Projektbüro Nelly Sachs und Aris Fioretos in Berlin kuratiert und von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt wird. Startpunkt ist im März diesen Jahres im Jüdischen Museum in Berlin - in Dortmund soll die Schau im Oktober 2011 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu erleben sein.

Radikal mutiges Werk

Nelly Sachs, die 1940 mit einem der letzten Flüge aus Berlin nach Stockholm floh, wurde spätestens mit dem Literaturnobelpreis 1966 für ihr radikal mutiges Werk als Schriftstellerin anerkannt. Die Ausstellung geht von ihrem Lebensmittelpunkt, ihrer Küche bzw. „Kajüte” in Stockholm aus und zeigt unveröffentlichtes Material wie Fotos, Manuskripte, Bild- und Ton-aufnahmen. Auch der sozialhistorische Kontext ihres Werks mit Kollegen wie Paul Celan oder Hans Magnus Enzensberger soll beleuchtet werden. Zum Start der Ausstellung erscheint im Suhrkamp Verlag eine kommentierte Werksausgabe in vier Bänden.

So wie Nelly Sachs ist auch Margaret Atwood eine radikale und zugleich Kanadas berühmteste Schriftstellerin, die sich in ihrem jüngsten Werk mit Umweltzerstörung, Gentechnik und der Macht der Konzerne auseinandersetzt. Sie gilt seit Jahren als Anwärterin für den Literaturnobelpreis.

Ihr wird der Nelly-Sachs-Preis am 21. März bei einem Festakt übergeben - von Dezember verschoben wegen der Haushaltssituation der Stadt.

»Die Kanadier haben vollstes Verständnis«

„Die Kanadier haben vollstes Verständnis gezeigt”, sagt Organisator Hans-Georg Schulz. Da Atwood im März auch bei dem Literaturfestival Lit.Cologne auftrete, könnten sich Dortmund und Köln nun die Kosten für die Anreise sparen.

Was die nächste Runde des zuletzt an Rafik Schami vergebenen Preises angeht, ist sich Schulz sicher, dass die Stadt auch 2011 die Verleihung nicht aussetzen wird: „Der nächste muss schon vergeben werden. Allein schon, weil es das 50. Jubiläum des Preises ist.”

Nadine Albach

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