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Gesanglich mitgerissen von Barbershop

21.10.2009 | 15:08 Uhr
Gesanglich mitgerissen von Barbershop

Dortmund. Barbershop - diese spezielle, emotionale Art des Gesangs verbreitet sich seit den 1990er Jahren in Deutschland. Ein wichtiger Grund ist das Barbershop Musikfestival in Dortmund, bei dem sich Quartette und Chöre aus der ganzen Welt messen.

2010 feiert dieses Fest des Gesangs seinen 10. Geburtstag - und schon jetzt laufen die Vorbereitungen. Der kanadische Juror Barry Towner machte einige Gruppen jetzt mit Workshops fit.

Coach Barry Towner mit Renate Klocke sowie Stefan Kubny, Paul Nagel und Harry Hüttemann von Crack-a-Jack. Foto: Knut Vahlensieck

Barry Towner ist Barbershopper durch und durch. Seit 42 Jahren verheiratet, drei Kinder, sieben Enkelkinder - und jedes Mitglied seiner Familie ist ebenso begeisterter Barbershopper wie er. Selbst mit seinen Schwiegersöhne hat er sich in einem Ensemble mit dem sinnigen Namen „No Choice” vereint. Der 63-jährige Kanadier ist somit der perfekte Botschafter dieser speziellen Art von Gesang. Ende des 19. Jahrhunderts in amerikanischen Friseur-Salons entstanden, ist Barbershop Teil der amerikanischer Kultur. Irgendwo zwischen Jazz und „Comedian Harmonists”, folgt die Obertonmusik strengen Harmonieregeln. Und trotzdem ist gerade die Unterhaltung wichtig, wenn die Chöre und Quartette auftreten.

Barry Towners Spezialgebiet. Spontan bringt er Renate Glocke, Geschäftsführerin des deutschen Barbershop-Verbandes BinG!, und drei Herren des Quartetts „Crack-a-jack” zum Singen, stellt sie im Kreis auf, öffnet ihre Münder kamerareif für den Fotografen und bringt trotzdem noch eine musikalische Liebeserklärung aus ihnen heraus. That's entertainment!

„Die Sänger müssen Emotionen zeigen, den Song zum Leben bringen und das Publikum mit einbeziehen ”, erklärt Towner. Ein Grundsatz, den er in einer Tour de force in 19 Coachings in gerade einmal neun Tagen quer durch Deutschland trägt.

„Barbershop ist ein Kult”, sagt er. „Selbst, wenn ich einen richtig harten Tag hatte und dann singe, ist das ein gutes Gefühl. Ich bin dann ganz aufgekratzt und kann nicht mehr schlafen”, beschreibt Towner. Seit 1975 hat er keinen internationalen Wettbewerb mehr verpasst, bei dem die Chöre teilweise vor 8000 Zuschauern singen.

»Die könnten überall auftreten«

Das steckt an: 25 Barbershop-Chöre und 32 -Quartette gibt es laut Renate Klocke schon in Deutschland - allein drei bzw. sieben in Dortmund. „Sie entwickeln sich schnell”, vergleicht Towner die hiesigen mit den amerikanischen Gruppen. „Hier haben sie mehr Enthusiasmus. Sie sind wie Schwämme, die alles in sich aufsaugen und schneller besser werden.” Den Briten etwa seien die Deutschen voraus. Die Dortmunder Formation „Ladies First” unter Manfred Adams etwa hat es Barry Towner besonders angetan: „Sie sind sehr unterhaltsam und wissen, wie man die Musik lebendig macht. Die könnten überall auftreten.”

Nadine Albach

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Kommentare
21.10.2009
11:35
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #1

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