Ganz normaler Theaterwahnsinn auf der Bühne
16.10.2012 | 19:59 Uhr 2012-10-16T19:59:00+0200
Das Schauspielhaus lädt am Samstag, 20. Oktober, zum musikalischen Lampenfieberabend „La Cantina Adrenalina“ ein. Die Musikrevue spielt im Lebensmittelpunkt des Theaters: der Kantine.
Das Schauspielhaus lädt am Samstag, 20. Oktober, zum musikalischen Lampenfieberabend „La Cantina Adrenalina“ ein. Die Musikrevue spielt im Lebensmittelpunkt des Theaters: der Kantine. Dort treffen sich die Schauspieler, plaudern über die Proben, die Kollegen und das eigene Befinden im verrückten Kosmos Theater. Die Premiere von „Hamlet“ steht an und nervöse Unruhe macht sich breit.
Fast wie im echten Leben: „Wir haben vor zwei Wochen mit den Proben begonnen und ganz schön viel wieder umgeschmissen“, erzählt Regisseur Christian Quitschke, der sich „auf einem guten Weg“ wähnt, aber dennoch einräumen muss: „Es gibt einen Clou am Ende des Stücks, der alles entscheidend dafür ist, ob nachher alles auseinander fällt oder zu einem glänzenden Ende kommt.“ Ob sein Clou gelingen wird, kann Quitschke noch nicht garantieren.
Wichtig ist dagegen, dass der Abend musikalisch glänzt. Deshalb haben der Regisseur und Dramaturg Thorsten Bihegue Lieder wie „Bohemian Rhapsody“ von Rocklegende Queen ausgesucht, „I was made für lovin’ you“ von den Hardrockern von Kiss oder „Illusionen“ von Hildegard Knef.
Unterstützt wurden sie von Paul Wallfisch. Der musikalische Leiter des Theaters hat bekannte Rock- und Jazzsongs adaptiert, aber auch „ein paar unbekanntere Nummern, die man gerne kennen würde“, ist sich Christian Quitschke sicher. Zusammen mit ihm und Thorsten Bihegue haben sie das Stück „Always look on the bright side of life“ von Monty Python umgetextet. „Es ist eine Botschaft an eine Theaterdiva, die sagt: Du bist nicht die einzige, die gut singen kann, also lächle lieber und streng’ dich an“, so Bihegue zum Hintergrund des Stücks. Das zweite umgeschriebene Lied ist „Burnout“, im Original von Rainald Grebe. „Das ist eine Nummer zum Träumen, so wunderbar melancholisch“, findet Quitschke. Auch vom gesanglichen Potenzial der Schauspieler, die insgesamt 22 Stücke singen, zeigt sich der Regisseur begeistert: „Das sind sechs fantastische Sänger, die wir hier haben.“
Für ihn ist das Stück, trotz der dargestellten und überzogenen Theater-Klischees, eine Liebeserklärung an den Bühnenbetrieb. „Es ist eine Art Hass-Liebe. Man ist süchtig nach dem Theater und möchte nichts anderes machen, aber man fühlt sich auch ständig überfordert.“
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