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„Get Well Soon“

Filmmusik als Kassenschlager

14.01.2013 | 07:00 Uhr
Filmmusik als Kassenschlager
Simon Gallus, www.simongallus.deFoto: Simon Gallus

Quasi über Nacht hatte Konstantin Gropper mit seinem Musikprojekt „Get Well Soon“ im Februar 2008 erste Erfolge. Im Interview verrät der Musiker wie er mit dem Erfolg zurecht kommt und warum Filmmusik seine große Liebe ist.

Die Nachfrage nach Tickets ist bundesweit so groß, dass „Get Well Soon“ vom kleineren Club in die große Halle des FZW umziehen muss. Quasi über Nacht hatte Konstantin Gropper mit seinem Musikprojekt im Februar 2008 erste Erfolge. Das Debütalbum „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ wurde von Kritikern und Fans gleichermaßen gelobt. Nach Konzerten im FZW, bei Juicy Beats und im Konzerthaus kommt die Band nun wieder. Andreas Winkelsträter sprach mit Konstantin Gropper vor dem Auftritt im FZW.

Kommen Sie mit dem Erfolg zurecht und mit Bezeichnungen „Das Wunderkind von Mannheim“ oder Popgenie?

Konstantin Gropper: Das mit dem Erfolg über Nacht ist ja schon ein bisschen her. Aber das hat mich im alltäglichen Leben nicht groß beeinflusst. Maßgeblich für mich war, dass die Musik mein Beruf geworden ist. Und dadurch habe ich für nichts anderes mehr Zeit. Es war schon immer mein Wunsch, aber ich habe das nie für realistisch gehalten. So war es auch ein gesunder Weg. Ich weiß nicht, ob ich einen so langen Atem gehabt hätte, das über Jahre immer wieder zu versuchen.

Kann man einen solchen Erfolg planen? Oder kam das alles für Sie völlig überraschend?

Nicht wirklich. Ich habe bis dahin auch nie gedacht, dass das ein Lebensentwurf oder eine berufliche Perspektive sein könnte. Als ich das erste Album produziert habe, wusste ich ja noch nicht einmal, ob das jemals veröffentlicht wird. Und so war das alles völlig entspannt – und vollkommen ohne Druck.

Und jetzt beeinflusst der Druck auch die weiteren Vorhaben?

Na ja, es gibt so etwas wie Druck. Ganz unbefangen kann man nicht mehr an die Sache herangehen, wenn man weiß, dass viele die Alben hören oder zu den Konzerten kommen. Aber ich versuche trotzdem, unbefangen an die Dinge heranzugehen und mich an meine Vorstellungen von der Musik zu halten.

Wie entstand die Idee für das neue Album „The Scarlet Beast O’ Seven Heads“, der Titel?

Es gibt da zwei unterschiedliche Einflüsse. Die ganze Geschichte mit dem Weltuntergang, die vielen Katastrophen, die einem frei Haus geliefert wurden. Das war der eine Einfluss. Der andere, der künstlerische und musikalische Ansatz war das B-Movie-Kino aus Italien der 60er und 70er Jahre. Und das habe ich auf dem Album zusammengebracht.

Bei Weltuntergangsstimmung denkt man gleich an düstere, schwere Musik. Aber Ihre Songs sind genau das Gegenteil.

Ich wollte die ganze Sache auch nicht zu ernst nehmen. Beim italienischen Kino ist das so. Da sind düstere Filme, die mit – heute würde man sagen – Easy-Listening-Musik, unterlegt sind. Und das wollte ich erreichen.

Woher kommt Ihre Vorliebe für Filmmusik?

Die war schon seit meiner Kindheit da. Also Morricone. Damit konnte ich am meisten anfangen. Und so war es immer ein Traum für mich, selbst Filmmusik zu machen. Film und Filmmusik haben immer noch ein großer Einfluss auf Get Well Soon und mich.

Der Titel über das siebenköpfige Monster Scarlet hat Bezüge zur Offenbarung des Johannes in der Bibel. Wie wichtig ist Ihnen Religion und Glaube?

Das ist eher nicht wichtig. Von außen betrachtet interessiere ich mich für Mythologien, deshalb auch für die Bibel. Ich betrachte das aber völlig wertfrei. Da ergibt sich für mich eher ein religiöser und mythologischer Gemüsegarten, den ich in meiner Musik verarbeitet habe. Zudem beinhaltet die Bibel spannende Geschichten, gerade das Buch der Offenbarung, wenn man es rein literarisch betrachtet.

Stimmt es, dass Sie es nicht so mögen, Privatbefindlichkeiten in Ihren Songs zu veröffentlichen?

Ja, genau. Das merkt man ja auch schon an dem neuen Album. Ich mag es vor allem nicht, Privatbefindlichkeiten 1:1 umzusetzen. Das wäre sicher zu langweilig für meine Zuhörer. In den Songs steckt schon viel Privatleben, nur durch einen Filter und eine bildhafte Sprache betrachtet.

Obwohl Sie viele Instrumente beherrschen, spielen Sie die Songs alle mit einem Laptop ein.

Man braucht ja heute nicht mehr viel mehr als ein Laptop. Da habe ich eigentlich nicht mehr ein großes Studio, sondern den PC. Auf der anderen Seite besitze ich schon eine große Instrumentensammlung. Und die Instrumente spiele ich schon selbst ein, aber nicht in einem Studio, sondern na ja, nennen wir es ein Arbeitszimmer.

Auf der Bühne soll aber auf jeden Fall alles live sein. Zudem trete ich mittlerweile nur noch ungern alleine auf. Um dann auch die Klangvielfalt und -wucht zu gewährleisten, benötige ich eine größere Band, wie auch im FZW. Übrigens: Nach Dortmund kommen wir immer gerne, denn da hatten wir stets ein sehr freundliches und begeistertes Publikum.

Von Andreas Winkelsträter


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