Favoriten-Festival lädt in seine Wunderkammer
05.10.2012 | 18:23 Uhr 2012-10-05T18:23:00+0200
Zwölf Produktionen haben die Favoriten-Organisatoren unter 120 Bewerbungen aus ganz Nordrhein-Westfalen ausgesucht, die beim Festival gezeigt werden. Zu sehen gibt es lustige Performances, atemberaubende Choreographien und heftiges Geknutsche.
Es geht ums Küssen, um Entfremdung und ganz eigene Erfahrungen beim Favoriten Festival ab dem 24. November. Außerdem laden die Organisatoren Besucher in ihre Wunderkammer ein. Der Partykeller des Dietrich-Keuning-Hauses wird zur Ausstellungsfläche, zum Diskussionsraum sowie zur Bühne - und verwandelt sich abends zum Treffpunkt für Interessierte.
Schaltzentrale in der Stadt
Aenne Quiñones, künstlerische Leiterin des Festivals, lobt die „unheimliche Dynamik“ Dortmunds, für die stellvertretend das Keuning-Haus stehe mit seiner „zentralen Lage und vorbildlichen Integrationsarbeit“. Deshalb sei das DKH als Schaltzentrale des Festivals ausgesucht worden und für das Rahmenprogramm zu den zwölf ausgewählten Wettbewerbsproduktionen.
Zwölf Produktionen haben die Favoriten-Organisatoren unter 120 Bewerbungen und 200 eigens gesichteten Arbeiten aus ganz Nordrhein-Westfalen ausgesucht, die nun gezeigt werden und damit auch um verschiedene Förderpreise wetteifern.
Den Auftakt zum Festival geben der amerikanischen Choreograph Richard Siegal und seine Tanzgruppe Copirates am 24. November im DKH. An den folgenden sechs Tagen treten jeweils zwei Gruppen pro Tag auf und zeigen lustige Performances, atemberaubende Choreographien und anrührenden Schauspiele. Etwa, wenn drei Akteure erforschen, wie die Stadt Krakau immer mehr von der kapitalistischen Tourismusmaschine vereinnahmt wird und sich damit weiter und weiter von der eigenen Lebenswirklichkeit entfernt. „Fasada ½“ am 27. November im Schauspiel-Studio.
Im Theater im Depot zeigen Verena Billinger und Sebastian Schulz am 28. November einen ironischen Kuss-Reigen, der die Grenzen zwischen Intimität und Besitzanspruch auslotet. Im Angesicht von sechs Küssenden kann das Publikum erfahren, wann ist ein Kuss romantisch und wann wird er uns peinlich.
Programm für junge Zuschauer
Begleitend zum Festival bietet Theaterpädagoge Stefan Blank ein Programm für Kinder und Jugendliche an. Sie dürfen die Künstler treffen, fragen, was sie nicht verstehen, aber auch selbst kleine Theaterstücke entwickeln. (Kontakt siehe Infokasten)
Schon im Vorfeld hat sich Fotografin Nevin Aladag auf die suche nach den „Best Friends Dortmund“ gemacht. In ihren Fotografien sucht sie nach den Ähnlichkeiten, den Gemeinsamkeiten der Stadtbewohner. Vom 24. November bis 1. Dezember ist die Ausstellung im DKH zu sehen.
0mitdiskutieren