Fans aus halb Europa wollen Grobschnitt sehen
10.10.2010 | 15:23 Uhr 2010-10-10T15:23:00+0200
Dortmund.An die Westfalenhallen hat die Kultband Grobschnitt immer gute Erinnerungen. Wenn die Hagener in Dortmund auftraten, waren Halle 2 oder 3 immer ausverkauft. Auch diesmal kamen gut 2000 Fans, um mit der Band das 40-jährige Jubiläum zu feiern.
Damals wie heute spielt das monumentale „Solar Music“ eine Hauptrolle und bildet das große Finale der Show, bevor es dann in den Zugabenteil geht. Wie eine teutonische Variante von „Dark Star“, dem Meisterwerk der Grateful Dead, treibt das fast 50-minütige Stück immer neue Blüten.
Es gibt so viele völlig unterschiedliche Versionen von „Solar Music“, dass Grobschnitt irgendwann damit begonnen haben, eine eigene CD-Reihe zu dem Song herauszubringen. Inzwischen gibt es fast dreißig Versionen des Songs auf unterschiedlichen CDs. Doch diesmal sind die Fans aus halb Europa nicht nur wegen des Kultsongs angereist, denn im Jubiläumsjahr spielen die Hagener auch das komplette „Rockpommels Land“-Album.
Weil die Zuschauer, als das Album 1977 erschien und noch kein Klassiker war, nicht die Geduld aufbrachten, um das Konzeptwerk mit seinen vielen ruhigen und konzertanten Passagen am Stück zu hören, spielte die Band ihr „Rockpommels Land“ nur in Auszügen. Erst jetzt sei die Zeit reif, betont Stefan Danielak alias „Willi Wildschein“, der Kopf und Sänger der Band.
Über drei Stunden
Der Erfolg gibt ihm Recht. Gespannt lauschen die Fans und nach etwas mehr als einer Stunde überhäufen sie die Band mit minutenlangen Ovationen. Über drei Stunden stehen Grobschnitt auf der Bühne und erzeugen beim Jahrgang 1960 plus/minus fünf nostalgische Gefühle.
Für viele im Publikum sorgten Grobschnitt für das erste Konzerterlebnis in irgendeinem Jugendheim in Iserlohn, Unna, Dortmund oder Essen, bevor die Band dann in die großen Hallen wechselte. Über die oft spöttischen Stimmen der Musikpolizei und Journaille, welche die theatralischen von Nebelschwaden durchzogenen Shows als uncool empfanden, kann die Band nur lächeln. Nach 40 Jahren sind Grobschnitt immer noch da und immer noch erfolgreich.
Inzwischen ist die Band Generationen übergreifend. Neben Willi Wildschwein, Toni Moff Mollo, Bassist Milla Kapolke und Rolf Möller – der trommelt auch noch bei Extrabreit – als alte Kämpen, sind inzwischen auch die Kinder von Stefan Danielak und Milla Kapolke in der Band. Nuki Danielak und Manu Kapolke sorgen mit filigran gespielten Gitarrensoli für manchen Höhepunkt und wurden dabei mit Szenenapplaus bedacht. Kompliment an die Technik-Crew, die in der wegen seiner Messehallenatmosphäre Konzert untauglichen Halle einen glänzenden, klaren Sound zauberte.
Fürs absolute No-go sorgte die Gastronomie. Wartezeiten bis zu 30 Minuten waren normal. Wer sich artig in die Schlange am Getränkestand einreihte und dann eine Cola wollte, ging leer aus. Hier nur Bier, Cola gibt’s nur an dem anderen Stand. Danke!
14:18
Tolle Gruppe,
Tolle Musik,
Tolle Fans
Sch.... Halle