Europa jazzt 2010 von Ost nach West
06.11.2009 | 09:39 Uhr 2009-11-06T09:39:00+0100Dortmund. Die Ruhr.2010 klingt nach West- und Osteuropa, russischem Jazz und Balkan Folk. Dank des „East West European Jazz Orchestra". Die Bigband vereint Musiker aus Dortmund, Russland und Serbien - und darf das Kulturhauptstadtjahr am 9. Januar auf Zeche Zollverein in Essen sogar miteröffnen.
80 000 Menschen werden erwartet, von 56 künstlerischen Gruppen bespaßt. Dass das „East West European Jazz Orchestra" - in dem Fall mit dem Zusatz Twins.2010 - dabei ist, macht den Leiter Uwe Plath von der Glen Buschmann Akademie stolz. Der Klangkörper hat schließlich schon eine elfjährige Geschichte, die 1998 beim Städtepartnerschaftsjubiläum mit Rostow am Don begann. Tourneen durch Russland und NRW wechselten sich im Jahresturnus ab. Musiker aus Novi Sad in Serbien bereicherten schnell den Klang - und die Ambitionen wuchsen: „Wir haben uns vorgenommen, eine internationale Bigband ähnlich der WDR Bigband zu werden", sagt Plath selbstbewusst.
Die Förderung durch die Ruhr.2010 ebnet sicherlich den Weg dorthin. „Da wird Raum geschaffen für die musikalische Entwicklung und Qualifizierung", freut sich Burkhard Rinsche vom Kulturbüro - langjähriger Förderer des Klangkörpers. Von Mai bis Juli 2010 kommen die 25 Mitglieder - zehn aus Dortmund, zehn aus Russland, drei aus Novi Sad, eine Brasilianerin und ein Tscheche - zu einer Arbeitsphase nach Deutschland. Darauf folgen 14 Konzerte im Oktober und November, die die lokale Vernetzung vorantreiben sollen - zum Beispiel in Duisburg, Essen, in der Kathedrale des „U" und in Dresden. „Die Bigband bringt die Kulturhauptstadt auch nach Europa", sagt Rinsche.
23 000 Euro lässt sich die Ruhr.2010 das kosten, 24 500 kommen für nächstes Jahr vom Kulturbüro. „Aber mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten kommen von privater Seite. Da steckt schon sehr viel Idealismus hinter", erklärt Uwe Plath.
Vor dem Kulturhauptstadtfieber stehen allerdings hochkarätige Konzerte noch in diesem Jahr: Mit dem Quartett des US-amerikanischen Tenorsaxophonisten Jerry Bergonzi spielt das „East West European Jazz Orchestra" am 13. Dezember, 20.30 Uhr, im domicil - ein Auftritt, der auch als CD aufgenommen wird.
Das aktuelle Album „A Tribute to Count Basie" präsentiert das Ensemble unter Leitung von Plath und Andrej Machnew aus Rostow am Don am 34. November, 20.30 Uhr ebenso im domicil - mit der US-Gesangslegende Dennis Rowland. Den wörtlichen Jahresabschluss bestreitet die Bigband am 31. Dezember im Goldsaal der Westfalenhallen.
Klangreiche Monate also. Uwe Plath hofft, dass sie ohne Probleme mit den Visa für die Musiker über die Bühne gehen.
07:38
Am 34. November komm ich doch glatt vorbei : )))