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Götz Alsmann

Entspannender Schlagerabend

14.02.2010 | 17:30 Uhr

Dortmund. Mit krawalligen Ballermann-Schlagern und bierseligen Karnevalsliedern hat der Schlager Götz Alsmanns nichts zu tun. Dass das Publikum zu Beginn der zweiten Programmhälfte mal mitklatscht, ist bei Alsmanns „Engel oder Teufel” schon die Ausnahme.

Und genau so möchte es der aus verschiedenen WDR-Produktionen bekannte Entertainer haben: Dezent und gediegen ist die Atmosphäre; auf der der Bühne des Konzerthauses stehen fünf Musiker in gutsitzenden anthrazitfarbenen Anzügen mit unaufdringlichen, perfekt gebundenen Krawatten. Um Alsmanns Flügel herum gruppieren sich die Künstler der Band, allesamt echte Könner: Michael Müller (Bass) und Rudi Marhold am Schlagzeug sorgen für das ruhige, meist swingende Fundament, Altfrid Sicking zeichnet sich an Marimba, Vibraphon und Trompete aus. Für die exotischen Elemente in den unaufgeregten Schlagern sorgt Markus Passlick - von Congas und Djembe bis hin zu interessanten Geräten zur Imitation von Vogelstimmen.

Die perfekt aufeinander eingespielte Band unter dem „Dr. Mabuse des deutschen Jazz-Schlagers”, wie Passlick seinen Kapellmeister ankündigte, präsentierte eine Mischung aus alten Schlagern und eigenen Alsmann-Titeln, verpackt in alle möglichen Rhythmen der U-Musik. Gerade mit lateinamerikanischen Bossa- oder Cha-Cha-Klängen gelang die von Alsmann offenkundig angestrebte Entspanntheit, unter dem Verzicht auf jede Form (musikalischer) Extreme.

Sentimentalität ohne Tränendrüse

Die Sentimentalität in Titeln wie Michael Jarys „Sing Nachtigall sing” aus den 40er Jahren machte er deutlich, ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Dass der promovierte Musikwissenschaftler in seinen eigenen Songs manchen Beitrag zur Theorie der populären Musik in Versform leistet und sich in seinen eloquenten Ansagen als humorvoller und genauer Beobachter zwischenmenschlicher Strukturen auszeichnet, machte diesen Schlagerabend gerade am Karnevalswochenende zu einem Erlebnis.

Burkhard Sauerwald

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