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Ein Plädoyer für das Saxophon

25.01.2013 | 17:57 Uhr
Ein Plädoyer für das Saxophon
Jerry Bergonzi.Foto: Christoph Giese

Der renommierte Jazzmusiker Jerry Bergonzi spielte am Donnerstagabend ein leidenschaftliches Konzert im „domicil“. Es war, wenn man so will, ein durchgängiges Plädoyer für das Saxophon als Instrument.

Selbst gestandene Jazzer wie die Dortmunder Wim Wollner und Django Kroll nahmen am Vortag des Konzertes an seinem Workshop teil – und zeigten sich begeistert. Jerry Bergonzi ist in der Jazzszene eben nicht nur als brillanter Musiker bekannt, sondern seit vielen Jahren auch als Dozent sehr geschätzt. Mit drei jungen Musikern aus Berlin und Würzburg spielte der Amerikaner am Donnerstagabend dann ein leidenschaftliches Konzert im „domicil“.

Melodien mit Haken und Ösen

Es war, wenn man so will, ein durchgängiges Plädoyer für das Saxophon als Instrument. Denn wie Jerry Bergonzi das Tenorsax spielt, das weckt schlichtweg die Faszination für das Gerät aus der Holzblasabteilung, sofern nicht schon vorhanden.

Der Mann aus Boston beherrscht nämlich alles, was man auf dem Saxophon so machen kann: Bauchiges Spiel, klare und blitzsaubere Ausflüge in die Höhen, überblasene Zwischentöne, Melodien mit Haken und Ösen, zauberhaftes Hauchen von Balladen oder zupackendes, muskulöses Agieren.

Alle Stimmungen und Emotionen packt der Amerikaner in sein famoses Spiel, ohne sich dabei eindeutig klassifizieren zu lassen. Wozu auch, Bergonzi kann das alles spielen. Eine Ballade von John Coltrane, eine fiebrige, selbstkomponierte Nummer oder einen gemütlich swingenden Jazzstandard.

Mit der Pianistin Tine Schneider, dem Bassisten Sean Pentland und Schlagzeuger Sebastian Nay hatte Jerry Bergonzi drei grundsolide Musiker an seiner Seite, die zwar nicht sein Niveau haben, aber vom Meister viel Raum zur Entfaltung bekamen und diesen auch durchaus gut zu nutzen wussten.

Doch das Besondere an diesem Abend bot Jerry Bergonzi, der sich mit seiner Klasse und Abgeklärtheit nicht nur in die Herzen von Saxophonisten spielte.

Christoph Giese

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