Ein Orchester wie von einem anderen Stern
21.10.2010 | 18:52 Uhr 2010-10-21T18:52:12+0200
Dortmund.Mozart, könnte man meinen, sei so populär, das professionelle Musiker lieber andere Komponisten spielten. Weit gefehlt – das Amadeus Kammerorchester Dortmund hat sich gar dem Wunderkind verschrieben. Und feiert jetzt seinen zehnten Geburtstag mit einer Mozartgala am 31. Oktober im Freischütz.
Felix Reimann stand auf einem Festival in Südfrankreich, lauschte Mozart, wahrscheinlich schien die Sonne und das Lüftchen war lau. „Das war schon immer mein Traum: Ein Ensemble zu gründen, das richtig gut Mozart spielt“, dachte er bei sich – und machte die Idee zur Realität. Entstanden ist ein Projektorchester aus Profi-Musikern – darunter einige Dortmunder Philharmoniker wie Reimann – , viele von ihnen gar Stimmführer. Sie schätzen die „Herausforderung“, in einer Besetzung zu spielen, wie Mozart sie zu seinen Zeiten hatte: 15 Streicher, je nach Aufwand vier bis 13 Bläser.
Der Anreiz liege im ungewöhnlichen Programm: Denn tatsächlich werde Mozart weniger gespielt, als man annehme – außer in der Oper.
Der Bedarf nach dem weniger bekannten Mozart aber scheint groß: Gut 50 Projekte und damit 80 bis 90 Konzerte sowie zwei Chinatourneen hat das Amadeus Kammerorchester in den zehn Jahren bewältigt. „Die Erlebnisse auf den Reisen waren etwas ganz Besonders. In China sind wir in Provinzen aufgetreten, in denen wir das erste Orchester waren. Wir wurden angeschaut, als wären wir von einem anderen Stern.“ Die nächste Expedition könnte in die Mongolei führen, Reimanns Traum wäre Brasilien.
Diese Erfahrungen, der Austausch mit Kollegen und die konzentrierte Projektarbeit seien „belebend“. Und auch Reimanns Liebe zu Mozart ist nach wie vor frisch. Er schätzt die „ungeheure Vielseitigkeit“ und „Klarheit“ seiner Musik - „da ist etwas ganz Reines“. Je nach Stimmung des Zuhörers entfalteten die Kompositionen unterschiedliche Emotionen.
Zum Geburtstag erklingt Opulentes mit Gesangssolisten wie Sylvia Koke, Julia Amos, Stephan Boving und Brian Dore: Den Rahmen kreiert Kammerschauspieler Claus Dieter Clausnitzer als Mozart, der nach hunderten Jahren entnervt zurückkehrt – eine Hommage an Mozarts „Schauspieldirektor“. Musikalisch sollen alle Facetten des Komponisten beleuchtet werden, von der Oper über die Violin- und Klavierkonzerte bis zum Hornrondo. Spannend klingt die Echomusik, bei der sich Musiker im Raum verteilen und zum eigenen Echo werden - Mooozaaaaart!
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