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Eröffnungsgala Schauspiel

Ein neuer Stern brennt über der Stadt

26.09.2010 | 18:19 Uhr
Ein neuer Stern brennt über der Stadt
Perser rocken - wie Christoph Jöde, Matthias Breitenbach und Sebastian Graf bewiesen.Foto: Marcus Simaitis

Dortmund.Ein neuer Stern leuchtet über der Stadt: Nur 36 Stunden Probenzeit reichten dem neuen Schauspielensemble von Kay Voges, um dem Dortmunder Publikum bei der Eröffnungsgala seine Strahlkraft ins Herz zu brennen.

Es gehört schon eine gute Mixtur aus Mut, Ironie und kessem Selbstbewusstsein dazu, sich nach leidenschaftlicher, breiter Diskussion um den Wechsel am Schauspiel der Öffentlichkeit mit „Sympathy for the devil“ von den Stones vorzustellen. Kay Voges hat all das - und dazu noch ein Ensemble, das in nur 90 Minuten in der Lage ist, eine Woge der Energie und Bühnenlust über das Publikum schwappen zu lassen.

Eine Revuetreppe, ein glitzernder Vorhang aus Tonbändern und eine Leinwand, auf der die künstlerisch entfremdeten Gesichter der Akteure wie Rockstars zu sehen sind, durchbrochen von Flammen oder dem pulsierenden Schauspielstern, der jetzt auch über dem Eingang leuchtet - das ist das Setting für einen Abend, der zugleich eine nachgeholte Bewerbung von Kay Voges und seinem Ensemble ist. Und die gelingt zwar mit Schmeichelei, aber ohne Anbiederung. Ein Abend, der wirkt, wie ein Crash aus James Bond, Monty Python und Quentin Tarantino: Rasant, sexy, bildreich, voller Einfälle, Humor, Glamour, Ironie.

Der musikalische Leiter Paul Wallfisch und seine gnadenlos gute Band „Botanica“ flirten mit den Schauspielern und breiten ihnen den Klangteppich aus, auf dem sie ihren lustvollen Hexentanz aufführen können:

In schnieken Smokings führt das Kontrastpaar Andreas Beck und Uwe Robeck durch den Abend, der eine Mischung aus Ausblick auf die Spielzeit und rockiger Revue ist. Da tritt Caroline Hanke erst als Pott-Putze auf, um sich dann mit den Worten „Ich mach’ jetzt aus Scheiße Gold“ in eine verruchte Hildegard Knef zu verwandeln, die Dortmund zur „schönsten, größten Stadt“ im Ruhgebiet kürt.

Der Abend pendelt sich ein zwischen Irrwitz – wie dem Versuch Christoph Jödes, Tuba zu spielen – und bedrohlich schönem Wahnsinn wie in Gesang und Tanz von Jakob Schneider. Da kann,ohne dass man dramaturgisch Anstoß nimmt, auf einen Ausschnitt aus der Publikumsbeschimpfung – ernst und brennend vom gesamten Ensemble vorgetragen – auch eine hymnische einfache Umdichtung von „London calling“ folgen: „Dortmund ruft mich zum Neubeginn.“ Als am Ende die Schauspieler Freibier verteilen, fällt eine ältere Zuschauerin einem fast um den Hals: „Das war so toll!“

KOMMENTAR

Der Aufschrei war laut, als sich Kay Voges ohne großes Federlesen bis auf einen Schauspieler von Michael Gruners Ensemble trennte. Eine großartige Gruppe sollte gehen und die Art, mit der ihnen die Tür geöffnet wurde, war nicht charmant.

Kay Voges also hat sich selbst keinen guten Einstand verschafft. Umso verständlicher, wenn er jetzt um die Herzen der Dortmunder kämpft: Mit dieser Eröffnungsgala haben er und seine Truppe überzeugend bewiesen, dass in ihrer Kunst Energie und Kraft steckt – und ihr Neubeginn unbedingt eine Chance verdient.

Nadine Albach

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Kommentare
27.09.2010
15:53
Ein neuer Stern brennt über der Stadt
von Günther | #1

Ich war skeptisch aber das war einfach Geil!!!
Ihr habt mich, ich bin ab jetzt immer dabei. Frisch, frech, fröhlich, frei und verdammt begabt. Hallo neues Schauspiel : )

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