Ein Mensch sucht nach sich selbst
14.01.2010 | 18:21 Uhr 2010-01-14T18:21:00+0100
Dortmund. „Das ist so eine sinnliche Musik - einfach nur schön”, sagt Sopranistin Susanne Schubert über Arnold Schönbergs „Erwartung”.
Mit den Dortmunder Philharmonikern unter Jac van Steen will sie das Werk in einer filmisch konzertanten Aufführung im Konzerthaus von den Vorurteilen gegen modernere Klassik befreien.
Eine Frau irrt durch einen Wald, getrieben von der Sehnsucht nach ihrem Geliebten, den sie tot auffindet - unsicher, ob sie selbst ihn tötete. Das ist das düstere Szenario von „Erwartung”, in deren Vordergrund die Psyche der Frau steht. Um diese inneren Vorgänge greifbarer zu machen, haben Regisseur Peter te Nuyl und Filmer Onat Hekimoglu mit Susanne Schubert kurze Sequenzen gedreht - nachts im Wald, in einem neutralen (Gedanken-)Raum, im botanischen Garten oder der Phoenix-Halle, wo sie von fast zombieartigen Orchestermusikern umgeben ist. Zwölf Loops sind so entstanden, die te Nuyl live beim Philharmonischen Konzert einspielt, um die Assoziationen und den Zustand der Frau sichtbar zu machen, die sich zwischen Innen und Außen, Erinnerung und Traum bewegt. Trotz der düsteren Geschichte findet Schubert das Stück nicht depressiv: „Es geht um die Suche eines Menschen nach sich selbst - und er findet sich am Ende auch.”
Mit großer Besetzung soll das Orchester die komplexe Musik meistern, die permanente Konzentration fordert: „Ein monumentaler Kraftakt”, sagt GMD van Steen stolz. Als zweites Stück erklingt Bruckners Sinfonie Nr. 9 d-Moll.
Matinee am 17.01., 11 Uhr, Opernfoyer.
4. Philharmonisches Konzert im Konzerthaus am 18., 19., 20.01, 20 Uhr. Einführung um 19.15 Uhr.
Foto: Knut Vahlensieck
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