Ein Kraftwerk der Kunst
29.12.2009 | 18:37 Uhr 2009-12-29T18:37:00+0100
Dortmund. Das Kulturhauptstadtjahr wird ein aufregendes - das dürfte insbesondere für das Museum am Ostwall gelten: Es verliert ein „am”, zieht in das Dortmunder „U” und hat trotz des deutlich nach hinten verschobenen Eröffnungsdatums noch ein ausgiebiges Programm in 2010 zu bieten. Ein Ausblick.
„Das Museum als Kraftwerk” ist zugleich die Leitidee, der sich Museumsdirektor Kurt Wettengl verschrieben hat, und auch der Name der Ausstellung des MO, die in der vierten und fünften Etage im U im September oder Oktober 2010 eröffnet wird: Fluxus der 60er Jahre bis Expressionismus füllen die vierte, Arbeiten von Wolf Vostell, Joseph Beuys, Dieter Roth, Martin Kippenberger, Anna und Bernhard Blume und Jason Rhoades sowie jüngerer Künstler wie Mark Dion kommen in die fünfte. Texte, Fotografien, Filme und Interviews sollen die Kunst einordnen.
Das Verhältnis von Kunst und Film
Lange als Geheimnis gehütet und mit viel Aufwand von Kurt Wettengl organisiert wurde die große Schau „Die Bewegung der Bilder” in Kooperation mit dem Pariser Centre Pompidou, die sich von Anfang Oktober 2010 bis 15. Februar 2011 mit dem Verhältnis von Kunst und Film von 1950 bis zur Gegenwart befasst. Die Meisterwerke sollen repräsentativ für die rennomierte Sammlung des französischen Kunstzentrums sein. Gemälde, Fotografien und Skulpturen erlebt der Zuschauer in einem spielerischen Raum, durchzogen von cineastischen Elementen. Passend zur Schau werden Filme aus der Sammlung des Centre Pompidou in dem von Künstler Franz West gestalteten „Auditorium” gezeigt.
Mit der Idee des Kraftwerks will Museumsdirektor Kurt Wettengl zum Ausdruck bringen, „dass wir immer die doppelte Perspektive auf die Vergangenheit und in die Gegenwart und Zukunft haben.” Das MO sei Ort sowohl des kulturellen Gedächtnisses wie der zeitgenössischen künstlerischen Produktion.
Die Besucher sollen aktiver Teil des Gezeigten werden: So können sie an der Entstehung eines „Archivs der Zukunft” mitwirken und im sogenannten „MO Lautsprecher” zeitgenössische Klangkunst belauschen.
Mal eben einen neuen Stadtteil hebt das MO für ein Kunstprojekt aus der Taufe: „Westend” soll das Gebiet entlang der Rheinischen Straße mitsamt „U” als Zentrum für Kunst und Kreativität wunschgemäß heißen - die neue Heimat des Museums eben. Die alltäglichen und historischen Spuren der Bewohner sollen in „U-Westend” mit künstlerischen Methoden untersucht und das Viertel auf seine Identität abgeklopft werden. Kunstwissenschaftler, Raumplaner, Architekten, Künstler, Lehrer, Studierende, Jugendliche, Kinder und Bewohner des Viertels sind beteiligt an dem Vorhaben. Es ist Teil von „Mapping the Region”, einem großen Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen für Ruhr.2010. Als Zeitraum ist der 9. Juli bis zum 18. September vorgesehen; auf welcher Etage die Schau zu sehen sein soll, ist noch unklar. Das MO kooperiert mit der TU Dortmund, der Jugendkunstschule balou und dem Verein Jugend /Architektur/Stadt (JAS).
Einen gleichberechtigten Austausch über die Kunst zwischen Künstlern und Museen strebt das Programm „Transfer” an, das das NRW Kultursekretariat leitet.
Drei Jahre lang haben Künstler, Museen und städtische Kulturzentren aus Frankreich und Deutschland sich ausgestauscht. Höhe- und Schlusspunkt dieses achten Transfers sind sechs Ausstellungen der 14 Künstler in den beteiligten Häusern - zu denen eben auch das Ostwallmuseum gehört: Vom 20. November 2010 bis 23. Januar macht die international inspirierte Kultur Halt in Dortmund.
Foto: Franz Luthe
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„Westend” soll das Gebiet entlang der Rheinischen Straße mitsamt „U” als Zentrum für Kunst und Kreativität wunschgemäß heißen
Westend hieß das Gebiet um Rheinische-/Lange-/Augustastr. schon immer. Die Kulturdödels, die sich mit einer angeblich sprachlich neuen Stadtteil-Definition Lorbeeren erschleimen wollen, sollten vielleicht erstmal ein paar Jahre in Dortmund leben, bevor sie sich zum Affen machen.
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