Dortmunds Ballett verzeichnet Besucherrekord
14.07.2010 | 19:55 Uhr 2010-07-14T19:55:00+0200
Dortmund.Das Dortmunder Ballett hat eine Rekord-Saison hinter sich: Die Compagnie um Ballett-Chef Xin Peng Wang lockte mehr als 40 000 Besucher – und knüpte Kontakte nach Hongkong, Wien, New York...
Mehr als 40 000 Besucher konnte das Ballett unter Xin Peng Wang in der jüngsten Spielzeit locken - und so eine Rekordsaison mit Einnahmen von 50 000 Euro über Plan ertanzen. Schon jetzt steht fest, dass auch die Zukunft spannend wird: Wang knüpft Fäden nach Hongkong, Wien, New York, zur Türkei und den Niederlanden.
„Wichtig ist, dass wir ein starkes Team an der Spitze und eine motivierte Compagnie haben“, findet Ballettdirektor Xin Peng Wang. Mittlerweile habe das Publikum so viel Vertrauen, dass nach klassischem Stoff wie Schwanensee ein assoziatives Werk ohne klare Handlung wie „The Last Future“ als „Kultstück“ angenommen werde, erklärt Ballettmanager Tobias Ehinger.
Qualität bleibt trotz Sparmaßnahmen
Trotz der städtischen Sparmaßnahmen wolle das Ballett an den obersten Zielen - Qualität, internationale Kooperation, Theater jenseits des Elitären - festhalten und wagt auch finanziell riskante Projekte. „Immer nur den status quo verwalten, ist nicht das was ein Künstler will“, sagt Ehinger, „Wir wollen ja berühren. Wenn Du versuchst, etwas zu bewahren, bewegst Du Dich nicht mehr.“ Die sehr guten Kritikerbewertungen in der aktuellen Ausgabe von „theater pur“ und die internationale Aufmerksamkeit geben ihm recht. Einige Projekte:
Xin Peng Wang hat den Auftrag, ein abendfüllendes Ballett für The Hong Kong Ballet zu schreiben - inspiriert von „Der Traum der roten Kammer“, einem der berühmtesten klassischen Romane chinesischer Literatur. Ein ungewöhnliches Projekt, da im chinesischen Ballett oft eher Tanzklassiker adaptiert würden. Wang wird mit renommierten Komponisten arbeiten: Entweder Michael Nyman, der die Musik zu „Das Piano“ schrieb“, oder Bright Sheng, der die Klänge zur Eröffnung der Olympiade schuf. „Eine solche Riesenproduktion könnten wir uns nicht leisten“, sagt Ehinger. Eine Aufführung in Dortmund ist zeitgleich geplant.
Koop mit New Yorker Choreograph
Mit New York verbindet das Ballett die Kooperation mit Choreograph Benjamin Millepied - übrigens Partner von Hollywood-Star Natalie Portman - dessen Arbeit an einem Abend in der neuen Saison mit Werken von George Balanchine und William Forsythe zu sehen sind.
Das Kulturministerium der Türkei sucht zum Kulturhauptstadtjahr den Austausch: Das Staatsballett Ankara wird am 18. Oktober in Dortmund gastieren - und wird eines von Wangs Stücken in sein Repertoire aufnehmen. Zudem ist Wangs Compagnie beim Bodrum Tanzfestival eingeladen.
Niederländische Regierung finanziert Ballettgala
Die niederländische Regierung finanziert die zweite Ballettgala der neuen Saison im Oktober, die der Tanzgeschichte der Niederlande gewidmet ist: Choreografien von Hans van Manen, Paul Lightfoot und Jiri Kylian sind zu sehen. 20 000 Euro kostet allein der Abend.
Eine „Weltgröße“ ist der Komponist Arvo Pärt, mit dem die Zusammenarbeit für „h.a.m.l.e.t. - Die Geburt des Zorns“ bereits begonnen hat: Xin Peng Wang und der in Wien lebende Dramaturg Christian Baier treffen eine Musikauswahl und besprechen sie mit ihm. „Arvo Pärt ist ein Perfektionist und hat genaue Vorstellungen, wie laut und wie schnell etwas sein darf“, erklärt Ehinger. Und wang fügt hinzu: „Er ist ein zeitgenössischer Komponist von sehr hoher Qualität“.
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