Dortmunder sollen für Theater kämpfen
16.02.2010 | 19:14 Uhr 2010-02-16T19:14:00+0100
Dortmund. Eine Million Euro weniger für das Theater. Die Sparzwänge der Stadt erfordern ungewöhnliche Maßnahmen - und Christine Mielitz nimmt die Dortmunder mit ins Boot: „Wir bitten jetzt sehr um Hilfe für uns”, sagt die Opernintendantin. Und fordert: Mehr Kultur für alle!
Christine Mielitz ist vorsichtig. Sie weiß: „Die Sparzwänge kommen.” Genaue Zahlen will sie aber nicht verkünden. Sie warnt davor, „das U gegen das Theater” auszuspielen. Breitet das Thema aber nicht aus. Und sie will nicht „jammerig” sein, sondern fordert: Wachsamkeit, Begeisterung und im Grunde Besuche. Gerade jetzt, im Fokus der Kulturhauptstadt, müssten die Dortmunder „für die Qualität gemeinsam mit dem Theater kämpfen”. Noch sei das Musiktheater „eine schöne Fee, die durch Dortmund schwebt, ihr buntes Füllhorn ausschüttet und viele Gesichter hat.” Je nach Sparvolumen aber könnten Inszenierungen wie „Lohengrin”, in dem Chor und Extrachor singen, nur noch in dieser Spielzeit aufgeführt werden. „Wie entscheiden wir, was wir entbehren können? Was ist das für ein Leben ohne Musik, Bilder, Bücher?”
Ermutigt fühlt sich die Opernintendantin dadurch, dass das zweite Quartal im Musiktheater „sehr viel besser” aussehe, als noch das erste. Zudem lägen die Zuschauerzahlen mit gut 41 200 von erwarteten 41 700 fast im Plan. Weiterer Lichtstreif sei die überregionale Aufmerksamkeit, die dem Haus in dieser Spielzeitzuteil werde. „Diese Begeisterung müssen wir in die Stadt tragen”, fordert die Intendantin mehr bürgerschaftliches Engagement. „Öffentlichkeit, äußert Euch. Startet eine Demonstration, wo Ihr zeigt, das Ihr das haben wollt.”
Christine Mielitz will sich nicht aus der Verantwortung des Sparens stehlen. Gleichwohl sucht sie die Vernetzung aller Kulturinstitute der Stadt, um ein gegeneinander Aufdividieren zu verhindern. Und sie fordert Kulturdezernent Jörg Stüdemann auf, „sämtliche Kulturschaffenden” einzubeziehen bei der Suche nach Einsparpotenzialen, die nicht die Kunst treffen, sondern zum Beispiel Arbeitsabläufe optimieren. Zudem sieht die Opernintendantin das Land NRW in der Pflicht: „Die Theater bespielen flächendeckend das Land” - so dass man verstärkt über Projektförderung nachdenken müsse.
Nächste Chancen, die „Diamanten” Dortmunds zu sehen: Das Ballett „The Last Future” und die Kinderoper „Affe besiegt Knochengeist”.
Foto: Franz Luthe
0mitdiskutieren