Dortmund will 2010 für Kultur "unbedingt nutzen"
12.01.2010 | 10:57 Uhr 2010-01-12T10:57:00+0100
Dortmund. „Boa ey, das hättste vorher nicht geglaubt, dass das hier drinsteckt.” So klingt die Reaktion, die sich Dortmunds OB Ullrich Sierau von den Besuchern der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 wünscht. Die Stadt stellte nun ihr Kultur-Programm für dieses Jahr vor.
Mindestens einmal pro Tag sollen die Besucher in Dortmund kulturell unterhalten werden - mit gut 400 Einzelveranstaltungen in 80 Projekten. Das erste Halbjahr gibt es jetzt in einer Programmbroschüre mit 50 000 Auflage - das zweite folgt.
„Wir haben als Gastgeber hohe Erwartungen zu erfüllen. Für uns sind die stark an das Dortmunder U gebunden”, so Sierau. Dass der Mai-Termin für die Eröffnung dieses Leuchtturms gehalten wird, da ist sich Kulturdezernent Jörg Stüdemann nach Telefonaten mit dem Büro Gerber sicher. Auch trotz der aktuellen Wetterlage, die „Probleme” bei der Dachkonstruktion mache. Gleichwohl werde in drei Schichten gearbeitet - so dass das „U” im Mai mit der Installation von Adolf Winkelmann locken könne. Auch die Programme von den Hochschulen sowie das „scene:ungarn”-Festival werden auf drei Etagen von sieben zu sehen sein. Nach und nach kämen neue Glanzlichter hinzu - bis das Museum Ostwall am 8. Oktober einziehen wird.
Insgesamt 4,5 Millionen Euro hat der Rat Ende 2007 zur Realisierung von projekten „Veranstaltungssommer bis zur Kulturhauptstadt” und den Aufbau des Kulturhauptstadtbüros bereitgestellt.
Zusätzliche Landeskulturfördermittel Ruhr.2010 für Dortmund: 1,17 Millionen Euro.
Die Stadt unterstützt über 40 Kulturhauptstadt-Projekte mit rund 3,9 Mio. Euro - davon 1,4 Millionen für die freie Szene.
Wegen der Finanzsituation wur-de das Budget um 250 000 Euro reduziert: „Ein betrüblicher, aber noch vertretbarer Zustand”, so Stüdemann.
Kulturbeflissene sollten diese Höhepunkte aufsaugen: „Wir werden es wohl in absehbarer Zeit nicht erleben, dass so viel Geld additiv für Kunst und Kultur zur Verfügung steht”, warnt Stüdemann. Ob nach der Kulturhauptstadt der große Einbruch kommt, mag er nicht prognostizieren. „Aber wir sollten das Jahr 2010 unbedingt nutzen, um Werbung für Kunst und Kultur zu machen.”
Das tut die Stadt mit Schwerpunkten im Kulturhauptstadtprogramm - wie zum Beispiel der Vokalmusik: Die wird bei der Vertonung der Zehn Gebote im Pop-Oratorium in den Westfalenhallen (17. Januar) ebenso gefeiert wie mit der Zeitinsel zu Cecilia Bartoli im Konzerthaus oder dem Deutschen Chorwettbewerb (12.-16. Mai). Dortmund will auch eine Stadt für Junge sein - zum Beispiel mit einer Nacht der Jugendkultur (3. & 4. Juli) oder der deutschen Meisterschaft im HipHopStreetdance (13. März). Die Veränderung des Stadtgebiets sollen Projekte wie das Parkfestival „trans-industriale” oder „Schachtzeichen” verdeutlichen. Letzteres lockt vom 20. bis 29. Mai mit gelben Ballons von 3,75 Meter Durchmesser zu 40 alten Dortmunder Schächten, in deren Umfeld je 2000 Euro aus Landesmitteln für Stadtbezirkfeste zur Verfügung stehen. „So wird die Kulturhauptstadt für jeden greifbar”, sagt der Kulturhauptstadtbeauftragte Rolf Kuttig. Dazu soll auch die „Local Hero”-Woche beitragen, die vom 9. bis 15. Mai Dortmund mit zahlreichen Angeboten in den Fokus rückt.
Übrigens hat OB Ullrich Sierau seinen ganz persönlichen Favoriten: Die Jahrestagung der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung - ganz seiner alten Position gemäß.
Foto: Ralf Rottmann
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