Die Nacht gehört der Jugend der Kulturhauptstadt
29.06.2010 | 18:36 Uhr 2010-06-29T18:36:00+0200
Dortmund.Die Jugend erobert die Nacht - vor allem vom 3. auf den 4. Juli: Dortmund ist eine von 35 Städten, die sich von 12 bis 12 Uhr ganz den Jugendlichen ergeben. Und die können ihr ganzes kreatives Potenzial auspacken - in der Extraschicht der Jugend.
„Wir Pottmenschen sind bekannt für unser Riesenherz.“ Laura Reichel (22) hat längst ihre eigene Stärke als Poetry-Slammerin erkannt - und ihre Liebe zum Ruhrgebiet in ein Gedicht gegossen. Talente wie sie sollen in der „Nacht der Jugendkultur“ der Kulturhauptstadt eine Plattform finden.
Aus dem Untergrund
„Von Jugendlichen für Jugendliche“, so Mitorganisatorin Johanna Brüssel, die ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Kulturbüro macht. Die Nacht soll sichtbar machen, was schon im Untergrund stattfindet, erklärt Kurt Eichler, in diesem Fall als Vorsitzender der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit. Und das ist in Dortmund eine Menge:
Die Nacht tanzt: Das Festival „Get on Stage“ lässt das FZW ab 19.30 Uhr erzittern. Workshops zu internationalen Tanzstilen gibt es im Kulturzentrum balou ab circa 18.30 Uhr. HipHop, Break- und Streetdance haben ab 15 Uhr ihr Zuhaus im Dietrich-Keuning-Haus, wo auch die Produktion „Nordstyle“ ihre Vorpremiere feiert (19.30 Uhr).
Kunst trifft auf Stahl - im Hoesch-Museum von 17 bis 22 Uhr: Sprayer verraten Tipps und Kniffe zu Graffitis; Bodypainting und Fotografie sind das Thema von Eva-Horstick-Schmitt.
Trommeln bauen, Steel Pan spielen oder der Performance lauschen
Die Nacht macht Musik: Trommeln bauen, selbst Steel Pan spielen oder der Performance „Ruhrgebietsklänge“ lauschen - das geht von 16 bis 2 Uhr auf Zeche Zollern. Punk, Ska, Walzer und Metal bringt die Band „WAM!“ ab 18 Uhr im Spiegelzelt am U zueinander. „Wat auffe Oarn“ trommelt 40 Jugendliche um 22 Uhr auf dem Alten Markt zusammen - die wiederum ihre Assoziationen zum Ruhrgebiet heraustrommeln. Die HipHop-Formation „Creutzfeldt & Jakob“ erobert ebenso ab 22 Uhr das Keuning-Haus.
Die Nacht spielt: Wer schon immer Schauspieler werden wollte, ist im Theater im Depot richtig - mitsamt Workshop (14 bis 16 Uhr) und dem Stück „Ich möchte ein Glanz sein“ (20 Uhr). Einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht die Oper um 17 Uhr.
Die Nacht ist Poesie: Sprachjongleure treten von 19 bis 22 Uhr auf die Bühne des domicil, während die Dortmunder Autoren Katharina Bauer, Ivette Vivien Kunkel und Mirko Kussin von 18 bis 20 Uhr die erste Etage im Dortmunder U besprechen.
Die Nacht schaut gut aus: Die Kunst des VJing (kommt von Visual Jockey) verbindet der Hartware MedienKunstverein in einem Workshop mit dem Erfolg der Deutschen Elf beim Viertelfinale: Ab 12 Uhr können ab 15-Jährige ein visuelles Fußballspiel erstellen.
Die Nacht ist sportlich: Bewegung und Aktion zur Selbstbehauptung dominieren das Henßler-Haus ab 17 Uhr.
Die Nacht ist beweglich: Zwei Gruppen verbinden alle Stätten - die „Girls on the Road“ von der Theaterwerkstatt im Depot bieten zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr an Orten wie dem U, FZW und Keuning-Haus Aufführungen. Das Team von „Pottfiction“ des Kinder- und Jugendtheaters bildet in der Innenstadt Inseln, um Geschichten zu sammeln und Slow Motion Theater zu spielen.
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