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Museum Ostwall

Die Gelbe Wand ist Kunst — nicht nur im Dortmunder Stadion

27.04.2011 | 17:32 Uhr
Die Gelbe Wand ist Kunst — nicht nur im Dortmunder Stadion
WR-Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.Diese gelbe Wand ist Kunst. Was man einem echten Borussen nicht erst erklären muss. So eine Fankurve nämlich gibt es nur einmal... Im echten Leben. Diese allerdings ist eine Fiktion aus einzelnen Wahrheiten – und deshalb einzigartig. Und schon haben Kunst und Fußball eine unerwartete Gemeinsamkeit.

Andreas Gurskys „Dortmund“ ist an die drei mal zwei Meter groß, ein Identifikationsfaktor auch für die, die eher ins Stadion denn ins Museum gehen und ist Blickpunkt in der vierten Etage im „U“. Mit Gurskys aufwändiger Montage beginnt die neue Ausstellungsreihe „MO Schaufenster“ des Museums Ostwall. 50 Quadratmeter mit Glasfront ins Treppenhaus – da war der Name Programm. Die Einblicke machen neugierig auf mehr. Zum Beispiel auf das zweite kleinformatige Gursky-Werk, die „Mayday V“. Hier stapelt der Fotokünstler Fotos der Glasfassade der Dortmunder Westfalenhalle während der Technoparty zu einem 18-stöckigen Turm.

Beide Bilder aus 2009 und 2006 wurden letztes Jahr im Rahmen der „Ruhrblicke“, einer Ausstellung der Sparkassen Finanzgruppe in Essen gezeigt. Das Museum Ostwall präsentiert sie mit Unterstützung der Sparkasse Dortmund bis zum 19. Juni. Wobei das „ab dem“ mehr Gewicht hat: Schließlich ist die nächste Mayday im Anflug und in Sachen BVB hat der Eröffnungstermin schon fast „prophetische“ Züge.

Gurskys Bilder sind Interpretationen, eine Form der digitalen Malerei – wer sich sucht im steilen Gelb findet sich nur vielleicht und vermutlich nicht in seinem Block. Das Abbild der Südtribüne, hier auf eine ästhetische Ebene gehoben, hat nichts Beiläufiges. Es ist ein Ganzes, komponiert aus vielen Augenblicken. Und doch nur Momentaufnahme: Beim Abnehmen ist der auf die Wand geklebte Druck hin. Was die erschreckt, die wissen, welchen Namen Gursky an der Spitze der zeitgenössischen Fotografen hat. Ein Name, der seine Werke in eine durchaus sechsstellige Werteskala eingruppiert. Oder mehr: Sein Bild „99 Cent“ kam bei Sotheby’s für umgerechnet 1,7 Millionen Euro unter den Hammer.

Keine Sorge. „Dortmund“ ist vorerst „nur“ ein Druck. Eine Leihgabe auf Zeit. Und dennoch – für Fans von Fotokunst wie Fußball gleichermaßen: „meisterhaft“.

Anja Schröder

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Kommentare
28.04.2011
10:13
Die Gelbe Wand ist Kunst — nicht nur im Dortmunder Stadion
von Syndikus | #1

Im direkten Vergleich zu der von Eugen Wisniewski, einem nicht unbekannten Lüpertz-Schüler, gemalten Südtribüne, die kürzlich in einer Sonderausstellung des Borrusseums zu sehen war, kommt mir das Photo Gelbe Wand von Gursky eher gewöhnlich vor. Aber Gursky ist in der Kunst natürlich ein großer Name - der den Museumsdirektor Prof. Wettengel offenbar mehr beeindruckt als künstlerische Ausdruckskraft und Qualität. Traurig!

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