Der Puls des Lebens im Ballett
17.10.2010 | 17:32 Uhr 2010-10-17T17:32:00+0200
Dortmund.„Es ist für mich äußerst ungewöhnlich aufzutreten, wenn der Vorhang zugeht,“ so Moderator Hannes Brock bei der internationalen Ballettgala im Opernhaus, die ganz im Zeichen der Niederlande stand: Im Rahmen von Ruhr.2010 hat Generalmusikdirektor Jac van Steen gemeinsam mit dem Muziek Centrum Nederland einen besonderen Programmschwerpunkt für NL-Ruhr entwickelt.
So konnten die Zuschauer eine sehr eindringliche Choreographie von Hans van Manen, des Hauschoreographen des Nederlands Dans Theater bewundern: „Déjà vu“ beschreibt die Geschichte eines Paares, die miteinander nicht können, ohne den anderen aber auch nicht, eindringlich dargestellt von Fabienne Vegt und Percevale Perks.
„Voorbijgegaan“ - „Vorbeigegangen“ heißt die Choreographie von Rudi van Dantzig, ein sehr eleganter Pas de Deux, den Igone de Jongh und Alexander Zhembrovskyy präsentieren – mit scheinbar mühelosen, fast schwerelos wirkenden Hebefiguren.
Ein weiterer Beitrag des Nederlands Dans Theater führte in die Welt der unglücklichen Liebe: Die Frau (Drew Jacoby) ist in einem Geflecht aus Konventionen, der bürgerlichen Welt, symbolisiert durch einen illuminierten Kasten, dem einzigen Requisit auf der ansonsten leeren Bühne, gefangen und macht verzweifelte „Ausbruchsversuche“. Bis schließlich der Mann (Rubinald Pronk) sie rettet. Eine wunderschöne Zeit beginnt, die die Choreographen Paul Lightfoot und Sol León mit wunderbaren Figuren darstellen. Doch auch in diese Beziehung bricht die Außenwelt ein – und plötzlich sind beide wieder im Alltag gefangen ...
In die Welt Shakespeares führten Sue Jin Kang und Marijn Rademaker vom Stuttgarter Ballett mit der zauberhaften Choreographie der Balkonszene aus „Romeo und Julia“ von Mauro Bigonzetti – klassisches Ballett in Reinkultur, das man im weiteren Verlauf des Abends mit den beiden Tänzern noch einmal in einer Szene aus der „Kameliendame“ von John Neumeier erleben konnte.
Archaische
Bewegungen
Das Dortmunder Ensemble präsentierte Vanessa Careccis Choreographie „Pulse“, die schon bei der letzten Gala für Furore gesorgt hatte: Jelena Ana Stupar, Sergio Carecci, Andrei Morariu und Philip Woodman führen die Zuschauer in eine Welt des Rhythmus’, aus archaischen Klängen und Bewegungen, die mal fernöstlich, mal karibisch und beweisen, dass der „Puls des Lebens“ über alle Kulturgrenzen hinweg derselbe ist.
Ein Wiedersehen gab es mit Szenen aus Xin Peng Wangs Ballett „The Last Future“.
Eigens für diese Ballettgala kreiert hatte der Ballettchef zudem den „Wheelbarrow walk“ zu der Musik von Michael Nyman: In dem ohnehin schon kontrastreichen Programm setzte die sehr kraftvolle Darstellung des Dortmunder Balletts einen wunderbaren Schlusspunkt.
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