Der olympische Geist musiziert mit der Jugend
14.02.2010 | 17:27 Uhr 2010-02-14T17:27:00+0100
Dortmund. „Auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten brauchen wir kulturelle Leuchttürme - und zwar nicht nur aus Stein, sondern auch klingende, die den jungen Menschen Beispiel und Wegweiser sind,” äußerte sich Musikschulleiter Volker Gerland am Sonntag in der großen Halle der Sparkasse.
Anlass war die Preisverleihung des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert”, bei der die zahlreichen Besucher die Leistung vieler kleinerer dieser „Leuchttürme” bewundern konnten. Wer es auf dieses Podium geschafft hat, hat bereits einiges geleistet: Rund 150 Kinder und Jugendliche hatten in diesem Jahr am Regionalwettbewerb teilgenommen, 37 haben den Sprung in den Landeswettbewerb geschafft. Und ihrem Können konnte man am Sonntag lauschen.
Schwitzige Finger vor Aufregung
Logisch, dass der eine oder andere mal nervös wird, wenn ein unbeabsichtigtes „Kratzen” des Bogens die Ästhetik des Klanges stört. Logisch auch, dass vor Aufregung die Finger schwitzig sind und auf den Saiten etwas weiter rutschen. Nicht alle setzen sich so selbstverständlich aufs Podium wie der kleine Cellist Matthias Fiedler, der mit dem dritten Satz von Giuseppe Sammartinis Cellosonate G-Dur überzeugte. Oder wie Alenina Polina, die schon sehr virtuos Poliakins „Canary Polka” intonierte - mit recht virtuosen Läufen und Flageoletttönen.
Die Sparkasse tritt als überaus großzügiger Sponsor in Erscheinung: 140 Millionen stellt sie jährlich für Kulturveranstaltungen in Deutschland zur Verfügung.
Uwe Samulewicz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dortmund, sicherte auch für 2010 die finanzielle Unterstützung an zahlreichen Projekten zu. „Die Sparkasse ist gut durch die Finanzkrise gekommen. Da sehen wir es als unsere Aufgabe an, nicht nachzulassen.” Möglicherweise werde die Förderung in Dortmund noch ausgebaut.
Neben „Jugend musiziert” unterstützt die Sparkasse auch das „A-Capella-Festival” im Westfalenpark und das Internationale Frauenfilmfestival. MZ
Für orientalisches Flair sorgte Kaan Güney auf seiner Baglama, einem türkischen Instrument, das so ähnlich wie eine Mandoline klingt. Gleich in den Urwald führte der kleine Schlagzeuger Jacob Nashir mit Andrea Schneiders Komposition „Pünktchen ... Pünktchen”.
Und dass der olympische Geist auch über dem Wettbewerb „Jugend musiziert” weht, bewies Klarinettist Nemorino Scheliga nicht nur mit seinem Auftritt, sondern auch damit, dass er seinem „Kollegen” Patrick Strack für dessen Auftritt generös sein Instrument lieh, weil dessen kaputt war.
Weniger kameradschaftlich indes ist die Unsitte vieler Teilnehmer (und deren Eltern) nach der Preisverleihung, die traditionell in der „Halbzeit” der Veranstaltung stattfindet, zu verschwinden, so dass die Musizierenden des zweiten Programmteils vor halb leerer Halle spielen müssen. Da half auch die Bitte Volker Gerlands nichts, doch auszuharren. Vielleicht sollte man die Preisverleihung demnächst ans Ende verlegen ...
Fotos: Franz Luthe
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