Der Mut zu persönlichen Fragen und Zweifeln
30.06.2011 | 18:37 Uhr 2011-06-30T18:37:00+0200
Dortmund.Sie wollen nicht die große Revolution. Aber wünschen sich doch eine öffentlichere Wahrnehmung als sie bei der Werkschau an der Fachhochschule bei der Masse der Absolventen möglich sein kann: Zehn FH-Diplomanden des Bereichs Design haben unter dem Titel „Das, was es nicht ist“ das Künstlerhaus erobert.
„Wir wollen nicht so tun, als hätten wir ein gemeinsames Thema. Wir sind ganz verschiedene Leute mit ganz verschiedenen Arbeiten, deren Verbindung Dortmund ist“, sagt Joscha Bruckert. Er selbst hat Fotodesign studiert – sich beim Abschluss aber mit einer der grundsätzlichsten Fragen auseinandergesetzt: Was ist eigentlich ein Bild – und was kann es? Bruckert hat sich damit abgefunden, als Künstler Aussage und Wirkung des Werks nicht bestimmen zu können. Seine Arbeiten machen es dem Betrachter bewusst schwer, lassen ihn fragen, zweifeln, scheitern.
Ohnehin sind viele Werke sehr persönlich: Peter Hübert etwa ist nach 22 Jahren wieder in seine Heimat Kasachstan gefahren. Seine Fotografien zeigen eine intime Spurensuche voller Sehnsucht, Melancholie aber auch Entrücktheit.
Auf die Suche nach dem Ich und der Unschuld der Kindheit macht sich Michael Thieme: Der Satz „Ich, die verlogene Sau“ spiegelt sich in Farbpfützen und wird zum Ausgangspunkt eines Menschen, der sich Scheitern eingesteht – und einen neuen Weg beginnt.
Ebenso spannend: Frederike Wetzels und Carmen Catuti. Wetzels setzt sich in teils dokumentarischen, teils bis zur Abstraktion verpixelten Aufnahmen mit dem Phänomen der Zwischenstadt, also den ausgefransten Randgebieten großer Städte auseinander. Catutit reflektiert das Machtverhältnis zwischen Fotograf und Fotografiertem – mit einer exzentrischen Dortmunder Persönlichkeit.
Weitere Informationen: www.dasnicht.de
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