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Der mit den bösen Wölfen tanzt

03.09.2010 | 19:15 Uhr
Der mit den bösen Wölfen tanzt
Eric Gauthier in seiner Choreographie Air Guitar. Foto: Gauthier

Dortmund.Die Luftgitarre passt zum Heavy-Metal-Fan - aber weniger zum Ballett. Vorurteile, die Eric Gauthier liebend gern mit Füßen tritt - und das auf virtuose Weise: Der gebürtige Kanadier ist einer der Stars der Ballettgala, mit der Xin Peng Wang und seine Compagnie am 25. und 26. September die Saison eröffnen.

„Er ist einer der derzeit außergewöhnlichsten Tänzer“, sagt Ballettmanager Tobias Ehinger über den charmanten Kanadier. Der tanzte sich als Vorzeigesolist des renommierten Stuttgarter Balletts mit klassischen und neo-klassischen Rollen zum Publikumsliebling, machte aber auch wegen seinen Fähigkeiten im zeitgenössischen Tanz von sich reden. Eric Gauthier hat getanzt, was Rang und Namen hat - Stücke von Hans van Manen, Jiri Kylian und vor allem William Forsythe.

Und trotzdem war diese Karriere keine Selbstverständlichkeit: Eric Gauthier träumte davon „großer Rockstar“ zu werden, gründete seine eigene Band, wurde zum besten Songwriter in Baden-Württemberg gekürt. „Aber man kann nicht alles machen, wenn man es gut machen will“, sagt Gauthier.

Viele Träume

Und nimmt es leicht. Denn Eric Gauthier hat viele Träume. Einen hat er sich mit der Gründung einer eigenen Tanzcompagnie, „Gauthier Dance“, erfüllt - ganz selbstbewusst in Stuttgart, im Theaterhaus und in Konkurrenz zu seiner alten Wirkungsstätte. „Ich wollte die Chance nutzen“, sagt er. „Tanz ist meine Leidenschaft. Und ich habe immer noch was zu geben.“

Dazu gehört für Gauthier auch, mit Schülern und Behinderten zu arbeiten. Und etwas auf der Bühne zu zeigen, dass alle Generationen anspricht: „Wir brauchen ein neues Publikum. Deswegen spreche ich auch lieber von Tanz als von Ballett“, sagt er und erzählt von dem Jungen mit Skateboard und der Dame im Abendkleid, die zusammen eines seiner Stücke sahen.

Eric Gauthier mag es, mit Klischees und Traditionen zu spielen, sie zu brechen. So, wie in seiner Choreographie „Air Guitar“ (Luftgitarre), das er bei der Ballettgala zeigt - ein Spiel zwischen Klassik und Rock’n’Roll. „Mein Stil ist es, immer ein bisschen Humor reinzubringen. Ich habe auch mal probiert, ernste Sachen zu machen, aber das passt nicht zu mir“, erklärt Gauthier.

Was er auch in seiner Interpretation der 5. Symphonie von Beethoven zeigt: Die Angst vieler Dirigenten, dass das Orchester nicht gleichzeitig anfangen könnte, nimmt er wörtlich - und zeigt seine Tänzer als Musiker mit Wolfsköpfen, während der Dirigent als kleiner Vogel vor ihnen zittert.

Nadine Albach

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