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Der Glaube an das Unmögliche

14.11.2011 | 18:44 Uhr
Der Glaube an das Unmögliche
Meister und Margarita – Paul Wallfisch lässt es klingen, Kay Voges inszeniert’s. Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Dortmund.Woran glauben Sie? An Jesus, den Teufel, den Sozialismus oder doch die Liebe? Schauspieldirektor Kay Voges und sein musikalischer Leiter Paul Wallfisch glauben mindestens an eines: Die Kraft der Musik.

Woran glauben Sie? An Jesus, den Teufel, den Sozialismus oder doch die Liebe? Schauspieldirektor Kay Voges und sein musikalischer Leiter Paul Wallfisch glauben mindestens an eines: Die Kraft der Musik. Denn für die Uraufführung des gefeierten Romans „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow im März 2012 hat Wallfisch mit seiner Band Botanica jetzt ein eigenes Album aufgenommen.

Michail Bulgakow hat von 1928 bis zu seinem Tod 1940 an Meister und Margarita gearbeitet – der Roman war sein Lebenswerk. Es geht um alles, um Glauben und Macht, Liebe und Zweifel und eine zerfallende Gesellschaft, die auf den Teufel trifft. Von Angesicht zu Angesicht mit derart existenziellen Themen hat auch Paul Wallfisch sich besonnen: „Bei den letzten Platten bin ich immer größer geworden, mit Streichern und so.“

Schritt zurück und vor

Jetzt aber ist er einen Schritt zurück und damit vielleicht auch einen vorwärts gegangen: Nur vier Musiker haben die zwölf Lieder für das achte Botanica-Album gestemmt, aufgenommen in der konzentrierten Situation eines verwunschenen Hauses in der Eifel bei dem Label „rent a dog“. „Großer Gestus mit kleinem Personal“, findet Kay Voges.

Der Schauspieldirektor wollte sich mit Wallfisch unbedingt dem irrsinnigen Vorhaben stellen, den Mammutroman von Bulgakow auf die Bühne zu bringen – auch wenn große Produktionsfirmen schon daran gescheitert sein sollen. Schließlich sind es unzählige Figuren, Orte, Ebenen und verschiedene Geschichten. „Eine Aneinanderreihung von Unmöglichkeiten“, sagt Voges. Und dazu gehört sicherlich auch seine Idee, die in den USA beheimateten Musiker von Botanica bei den Aufführungen stets mit auf der Bühne zu haben. Die Lösung: „Der Meister und Margarita“ wird 16 Mal von März bis Juni gespielt, die Musiker touren zwischendurch mit der im März erscheinenden Platte „Everybody lies“ – und danach ist Schluss mit dem Theater.

Bis zum letzten Schliff

Bis zum letzten Schliff wird es noch viele Gespräche zwischen Voges und Wallfisch geben. Aber die Rohversionen der neuen Songs lassen aufhorchen. Ob nun melodiös und eingängig, rockig und ein bisschen verwegen, diabolisch und spielerisch – bei manchen Liedern meint man den Teufel mit seinen Gespielinnen tanzen zu sehen. Und der Glaube, der steht für Voges ja auch im Zentrum des Stücks.

Karten ab sofort unter Tel. 0231-5027222

Nadine Albach

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