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Händels "Messiah"

Chor überzeugt durch federnde Artikulation

08.02.2010 | 18:43 Uhr

Dortmund. Nach einigen interessanten a-cappella-Konzerten hatte sich der Kammerchor der Technischen Universität in diesem Semester einem großen Oratorium mit Orchesterbegleitung verschrieben.

 Georg Friedrich Händels „Messiah” ist ein prachtvolles Werk, das Chorleiter Ulrich Lindtner mit seinen Sängern detailliert vorbereitet und mit großer Präzision ausgearbeitet hatte - natürlich auf Englisch, der Originalsprache.

Über das berühmte „Hallelujah” hinaus machte der Chor im Saal des Orchesterzen-trums eine gute Figur: Lindtner setzte vor allem auf schlanke, transparente Klänge; mit Eleganz meisterten die Choristen kontrapunktische Passagen (etwa bei „For unto us a child is born”) und überzeugten durch federnde, frische Artikulation. Das flexible Ensemble erreichte bei insgesamt flotten Tempi stets klangliche Geschlossenheit.

Diese Lebendigkeit des Musizierens fehlte leider Teilen des auf historischen Instrumenten spielenden Orchesters: Das Barockorchester Münster zeichnete sich durch solide Continuo-Arbeit und gute Holzbläser aus, während sich die hohen Streicher bisweilen unaufgeräumt zeigten.

Überzeugen konnten im Ensemble der Solisten vor allem die Sopranistin Ruth Weber und der Dortmunder Alumnus Michael Dahmen (Bass).

Klangstarker

Bariton

Geschickt setzte Weber ihre angenehme, unaufdringliche Stimmfärbung innerhalb des schlanken Gesamtklanges in Szene. Dahmen punktete mit seinem klangstarken Bariton und bisweilen dramatischem Gestus, etwa in der aufwühlenden Air „Why do the nations so furiously rage”. Marc Heines ging seinen Tenorpart mit ungekünstelter Stimme an. Enttäuschend war Countertenor Joachim Diessner, dessen Interpretation Konturen und Souveränität vermissen ließ.

www.kammerchor.uni-dortmund.de

Burkhard Sauerwald

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