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Black Rust — Dortmunder Band rockt Indien

18.02.2010 | 18:43 Uhr
Black Rust — Dortmunder Band rockt Indien

Dortmund.Black-Rust-Fans hätten schon viel Zeit und Geld investieren müssen, um ihre Stars zum morgigen Gig zu begleiten. Denn der findet im beschaulichen Nishagandhi Open Air Auditorium im indischen Trivandrum statt.

Black Rust wurden sind vom Goethe Institut zu einem Konzert nach Indien eingeladen. Hier kurz vor der Abreise in ihrer WG-Küche. Die "Schaltzentrale" der Band, wie Julian Osthues sie nennt. WR-Foto: Knut Vahlensieck

Wen das schon aus den Latschen haut, der sollte dich die Vorgeschichte zu diesem Konzerttermin gönnen.

Ein Engländer sah die Dortmunder Band vermutlich auf dem Eurocityfest in Münster im Mai 2009. Das muss ihn ziemlich beeindruckt haben. Im Herbst lernt er in seiner Stammkneipe einen Inder kennen und erzählt ihm von der Band. Der Inder arbeitet fürs Goethe-Institut, welches am 19. Februar das Konzert in Trivandrum ausrichtet.

»Ich glaub' das erst, wenn wir und alle Instrumente da sind«

Klingt wie ein Märchen. Und Julian Jacobi, Jonas Künne und Julian Osthues blicken auch noch etwas ungläubig drein. Sie sitzen in der WG-Küche von Julian, Julian und Christoph und harren der Dinge. „Ich glaub' das erst, wenn wir und alle Instrumente da sind”, sagt Jacobi. Christoph Seiler ist gerade in Frankfurt und besorgt die Visa. Touristenvisa reichten nicht, es mussten die Business-Visa zu 170 Euro pro Nase sein, erzählen die drei. Und das ist nicht der einzige große Posten auf der Rechnung.

Den größten trägt das Goethe-Institut. Es übernimmt Flug und Unterbringung. Aber da muss auch noch die flugsichere Verpackung für den Kontrabass her. 1000 Euro müsste man für ein neues Flightcase investieren. Jacobi hat glücklicherweise eins geborgt bekommen. Und so stellt sich die Frage für jedes der Instrumente. Mandoline, zwei Gitarren, Posaune, das Akkordeon. Die Reisegepäckmenge liegt bei 40 Kilogramm pro Person. Das musste auch extra geklärt werden. „Wir haben das mal durchgerechnet, es müsste ganz genau passen”, sagt Julian Jacobi. Was bleibt, ist die Sorge um die Geräte. „Wir sind ja noch nie geflogen mit den Instrumenten”. Verstärker und Schlagzeug werden vor Ort gestellt. Eine Erleichterung – im wahrsten Sinne des Wortes. Fürs eigene Gepäck plane man noch je ein T-Shirt ein, witzeln die Drei.

Heute geht es los, am Montag werden sie schon wieder in Dortmund sein. Das reicht für ein Konzert und drei Tage freie Zeit. Da springt sicher auch eine Stadtführung mit ihrem neuen indischen Freund Rajesh raus. Immerhin der erste Urlaub als Band, wie Jonas Künne betont. Sein Vater verstärkt die vier 25- und 26-Jährigen am Schlagzeug.

»Wir sind die Botschafter für deutsche Indiemusik«

Mit im Gepäck haben die Jungs von Black Rust, die sonst ausschließlich englisch singen, auch vier deutsche Songs. Zuvor hatten sie aufgerufen, Vorschläge zu machen. „Sowas wie Nena und ,Muss i denn' – muss nicht sein”, kommentiert Jacobi die, na ja, kuriosesten Vorschläge. „Peter Maffay fand ich auch super”, ergänzt Künne. Durchgesetzt haben sich Kettcar, Gundermann, Tomte und Tocotronic. „Alles so Indiekram, wir sind die Botschafter für deutsche Indiemusik”, witzelt einer.

Die Band wird in großer Kulisse erwartet. Open Air, bei über 30 Grad, vor mehreren tausend Zuschauern – Eintritt frei. Die Videokamera hat noch Platz im Gepäck. Der Konzertmitschnitt und die Erfahrungen werden sicher die schönsten Souvenirs.

WR-Fotos: Knut Vahlensieck

Anja Frenzel

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