Ballons für jeden Stadtteil in Dortmund
03.07.2009 | 07:44 Uhr 2009-07-03T07:44:00+0200
Dortmund. Die Kulturhauptstadt steckt in der Krise: Wie jüngst berichtet, können viele Städte ihre für 2010 geplanten Projekte nicht mehr finanzieren. Dortmund aber soll die berühmte Ausnahme sein - sagt der Ruhr.2010-Beauftragte Rolf Kuttig.
„Die Finanzkrise betrifft natürlich uns alle", räumt Kuttig ein, „aber in Bezug auf Projekt der Ruhr.2010 haben wir Vorteile. Die Entscheidung des Rates aus dem Jahr 2007 hat weitblickend für die Jahre 2008 bis 2010 Mittel zur Verfügung gestellt als Planungsgrundlage für die Kulturhauptstadt." Gut 4 Millionen Euro seien das über die drei Jahre - das gebe Planungssicherheit und erleichtere die Vorbereitungen.
- Achtung, aufgepasst: Dortmund beteiligt sich 2010 auch an der Aktion „Stilleben", bei der sich die A40 zu einer riesigen Feststätte mit unzähligen Tischen mausern soll. Wie Kuttig verrät, soll ab 18. Juli im Internet die Plattform freigeschaltet werden, auf der man sich einen Tischplatz reservieren kann. Weitere Info.
- Auch die Stadt Dortmund werkelt eifrig an ihrem Internetauftritt zu all den zahlreichen lokalen Aktionen im Kulturhauptstadtjahr. Der lässt sich bereits einblicken.
Und die laufen, sagt Kuttig: 55 bis 60 Projekte sollen allein in Dortmund die Kulturhauptstadt mit Bildern füllen - noch ergänzt durch Zusatzprojekte zum Beispiel aus dem „TWINS"-Programm. „Wir sind gerade dabei, mit den Künstlern die aktualisierten Finanzpläne zu erörtern", sagt Kuttig. Im Herbst 2009 soll das Programmbuch für Dortmund erscheinen.
Dass Projekte auf der Kippe stehen, sieht Kuttig nicht: Er sei guten Mutes, dass all die Aktionen, die seit Monaten entwickelt würden, auch realisiert werden.
Neuigkeiten gibt es bei den „Schachtzeichen", den gelben Fesselballonen, die überall im Ruhrgebiet schweben sollen, um die Städte zu einem riesenhaften Kunstwerk zu verbinden: Eine sehr hohe fünfstellige Summe lässt es sich Dortmund kosten, dass die „Menschen vor ihrer Tür" von dieser Aktion profitieren. „Wir wollen sicherstellen, dass in jedem Stadtteil ein Ballon in die Höhe gelassen werden kann", sagt Rolf Kuttig. „Hinzu kommt ein kleiner Betrag in jedem Stadtbezirk für ein kleines Stadtfest."
Für jeden etwas
Die Kulturhauptstadt soll eben bei jedem, für jeden, ankommen. 300 bis 350 Ballons sollen insgesamt in der Region aufsteigen. „Aber wir sind in der ganzen Metropole die einzige Stadt, die diesen Betrag zur Verfügung stellt", erklärt Kuttig stolz.
Für negative Schlagzeilen hatte vor einigen Monaten der Geldmangel für das Projekt „Mapping the Region" gesorgt, das die Ruhrmuseen netzwerkartig verbinden soll: Dortmund selbst hält an der Realisierung fest - wenn auch in einer Sparversion. „Das Projekt ist runtergeschraubt worden", sagt Kuttig, „wir haben uns auf einen bestimmten Umfang geeinigt." Ein hoher sechsstelliger Betrag sei auch hierfür vorgesehen.
"Mapping the Region" soll kommen
„Ruhr-Atlas - Mapping the Region" soll ein zentraler Beitrag im Bereich der zeitgenössischen Kunst werden und die Kunstmuseen durch aufeinander abgestimmte Ausstellungen verbinden. Dortmund reserviert unter der Federführung von Prof. Kurt Wettengl, Leiter des Museums am Ostwall, zwei Etagen im „U" für die Schau, die durch Ereignisse im öffentlichen Raum ergänzt werden soll. Die, so hatte Wettengl beim Abschied vom MO angekündigt, sollen sich von Mai bis Dezember 2010 ziehen.
Ein durchaus heiteres Projekt soll sich unterdes vor dem „U" im Kulturhauptstadtjahr abspielen: Die beliebte Sommerkabarett-Reihe des Theater Fletch Bizzel bekommt kurzerhand den Titel „Ruhrhochdeutsch" verpasst - um in einem großen Spiegelzelt zum Publikumsmagneten zu werden. „Das wollen wir als Stadt gemeinsam mit den Freien machen", stellt Kuttig fest.
Ohnehin gingen 33 Prozent der städtischen 2010-Mittel an Projekte aus der freien Szene.
13:50
Da wird eine Weltpräsentation gemacht und voran klammern die Verantwortlichen - an dunklen Löchern im Boden mit denen vor Jahrzehnten mal Kohle zu machen war.
Wenn schon einen Bezug zu vorgestern, dann bitte lasst den Ballons die Luft raus während an den Stellen an denen die Gegenwart und Zukunft der Region stattfindet leuchtende Landmarken aufgehen.
Glück auf Glück auf der Steiger geht ....