Auch ohne DEW macht das Queue Programm
13.01.2009 | 20:05 Uhr 2009-01-13T20:05:00+0100
DEW 21 stellt nach fünf Jahren das Sponsoring des Cabaret Queue ein. Ungehindert davon präsentieren Fred Ape und Georg Delfmann das neue Programm.
Fred Ape und Georg Delfmann hätten sich mit dem Protest gegen den Flughafenausbau "geschäftsschädigend" geäußert. Mit 5000 Euro plus Mehrwertsteuer hatte DEW 2008 zwei Programme des Queue gesponsert - ab sofort fließt kein Geld mehr. "Sponsoring ist kein Beamtenvertrag", so DEW-Sprecher Albert Herzmann.
Ursache für den Rückzug seien Äußerungen der Gruppe "Das aufgeweckte Bodenpersonal", zu der auch Ape und Delfmann gehören: Aus Protest gegen den Flughafenausbau hatten die Gegner erklärt, dass jeder über Gas, Wasser und Strom den Flughafen unterstütze.
Es gehe nicht um die Anti-Flughafen-Position. Aber Leute, die "implizit andere auffordern, nicht mehr unser Kunde zu sein", so Herzmann, könnten nicht zugleich die Hand aufhalten.
"Beiß nicht die Hand, die dich füttert"
Delfmann und Ape bestreiten, sich selbst so geäußert zu haben. Sie wundern sich, dass das Geld ohne jede Vorwarnung mit dem Argument "Beiß nicht die Hand, die dich füttert" wegfalle. Sie finden es "brisant", dass Kulturprogramm und ihre Auseinandersetzung mit der Gegenwart vermengt würden.
Das Geld fehle - die beiden versuchen jedoch, andere Sponsoren aufzutun.
Neues Halbjahresprogramm
Ungehindert von diesen Komplikationen präsentierten Ape und Delfmann das neue Halbjahresprogramm des Cabaret Queue: "Zum ersten Mal seit langem haben wir das Gefühl, die Leute kommen wieder wegen des Cabaret Queue zu uns", sagt Fred Ape mit Rückblick auf die letzten Monate. Er hofft, dass sich dieses "Grundvertrauen" auch auf das neue Programm ausdehnt.
Gute Besucherzahlen
Das letzte Vierteljahr seien die Besucherzahlen sehr gut gewesen: Insbesondere im Dezember habe es zahlreiche ausverkaufte Veranstaltungen gegeben, insbesondere die von Lioba Albus. "Eine tolle Basis", sagt Ape. Und Georg Delfmann setzt auf diesen Bonus, "denn unser neues Programm ist ziemlich gewagt: Wir haben viele neue Leute." Die ´rekrutieren´ die beiden Inhaber der Cabaret Queue Entertainment insbesonder aus der Dinner Attacke, die jeden Mittwoch Essen und Überraschungsgast verbindet und schon bis Mitte Februar ausverkauft ist. Wer dabei gut ankam, darf wiederkommen.
Platz für Experimente
Das gilt zum Beispiel für Hannes Ringlstetter (27. März), ein "musikalischer Entertainer mit Wiener Charme", der sich zu Themen von Sex über Kurt Cobain bis zu Hausmeistern äußert. Ebenso neu ist Uli Masuth (16. Januar), der unter dem Titel "Glaube, Hoffnung, Triebe" klassisches Kabarett liefere - musikalisch und intellektuell. "Ohne absoluten Tiefgang aber sehr unterhaltsam" ist laut Delfmann auch Horst Fyrguth, der am 6. Februar "Aus dem Leben eines Horst" berichtet. Ein "Riesentalent" käme mit Michael Krebs (7. März) und seiner "Erotik Exploschn Road Show". Dass sich wehren lohnt, will Jens Neutag (21. März) mit seinem Aufruf zur Sitzblockade und seinem Programm "Streik ist geil" beweisen.
Auch Klassiker
Experimente wie diese kann sich das Cabaret Queue erlauben: "Wir leben von den Veranstaltungen, die uns Volker Pispers dreimal im Jahr gewährt", sagt Ape - die Auftritte im PZ Hombruch sind bereits ausverkauft. Das Programmheft werde von der Sparkasse und dem Stadtbezirk Hörde gesponsert. Darin finden sich auch bekanntere Kabarettisten wie Lioba Albus (27. Februar bis 2. März), die mit heißem Herzen über Liebe und Lust spricht, Simone Fleck (30. und 31. Januar), die vom Fluch der Falten heimgesucht wird oder Der Obel (13. März). Der "exzellente Parodist" Robert Louis Griesbach (21. Februar) oder der Deutsche Kleinkunstpreisträger Ingo Börchers (6. März) sind weitere Höhepunkte. Karten: Tel: 0231-413146
KOMMENTAR
Fred Ape und Georg Delfmann sind politische Menschen und engagieren sich als solche öffentlich gegen den Flughafenausbau in einer Gruppe, die den Zusammenhang zwischen Flughafen und Gas-, Wasser- und Strompreisen hergestellt hat. Sie tun das als Privatpersonen und es ist ihr gutes Recht. Mit dem Cabaret Queue und seinem Programm hat das nichts zu tun. Dass DEW21 nun auf Aussagen, die in einem völlig anderen Kontext gefallen sind - und nicht einmal von Ape und Delfmann selbst - mit der Einstellung des Sponsoring reagiert, ist nicht souverän. Ein derart großes Unternehmen sollte mit solch einer Kritik leben können, ohne gleich verschnupft zu sein - und nicht zwei Themenbereiche vermengen, die nicht zueinander gehören.
23:44
@Deggenmatt
Um es nochmals mit Ihren Worten auszudrücken: Die DEW/DSW haben sich grad oberhalb der Schmerzgrenze für ernstzunehmende Sponsoren verabschiedet.
18:56
Was ziehen Sie denn da für zusammenhangslose Vergleiche zu Geierabend? Und den Begriff Diktatur der Worte heranzuziehen heißt, Sie leiden offenbar unter Verfolgungswahn.
Alles im LEben hat seine Grenzen, und hier ist sie eben überschritten worden. Sowohl von Ihren Wortenb, als auch vom Verhalten Apes. Aber Dünnhäutigkeit war immer schon ein MArkenzeichen der Flughafengegner., ´Konsequent von Ape und Co wäre gewesen, die DEW-Förderung gar nicht erst anzunehmen. DAS hätte vielleicht Respekt verdient.
13:28
@Deggenmatt
Wie kommt denn dann z.B. der Geierabend in Dortmund zurecht?
Nach Ihren Vorstellungen darf dieser Veranstaltung dann
kein öffentlicher Raum zur Miete angeboten werden,
so respektlos wie diese Kabarettisten mit unseren Stadtoberen umgehen.
Sie haben Kultursponsoring gründlich mißverstanden!
Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft;
Diktatur der Worte war gestern, Herr/Frau Deggenmatt!
12:31
@Deggenmatt
Wenn die Kabarettisten jedenfalls zur DEW-Kündigung aufrufen
Mal wieder ein Fall von verschärfter Wahrnehmung, wie es politisch korrekt heisst. Zur Kündigung hat Niemand aufgerufen und es ist auch nicht das Cabaret Queue, was sich als gesponsertes Unternehmen offiziell auf die Seite der FH-Gegner gestellt hat.
Einzelne Künstler, die mehr oder weniger häufig im Queue auftreten, haben ihre persönliche Meinung geäussert. Wenn die DSW daraus eine Art Sippenhaft für das Queue konstruiert, zeigt das doch nur, wie nervös und dünnhäutig unser aller Versorger geworden ist.
Sponsoring ist Teil von Marketing und PR und da hat die DSW imho gründlich versagt.
00:05
Dann ist doch bei Ihnen alles in Butter und Sie können die mündigen DEW-Kunden selber entscheiden lassen, ob sie den Flughafen sponsern.
Wenn die Kabarettisten jedenfalls zur DEW-Kündigung aufrufen, können sie das ja tun. Diese künstlerische Freiheit nimmt ihnen ja keiner. Aber dann sollten sie konsequenterweise von denen auch kein Geld annehmen. Man kann ja auch mal hinterfragen, ob vom Baby bis zum Hartz IV-Empfänger auch für so eine Truppe geduscht werden muss.
23:23
@Deggenmatt
Seit Jahren beziehen wir unseren Strom nicht mehr von der DEW;
wir wollen nicht so ein unsinniges Millionengrab
wie den Dortmunder Flughafen sponsern!
21:55
Nein bestimmt nicht,
aber wenn das die neue Norm zwischen Sponsoren und Gesponserten ist.
Dann Gute Nacht Deutschland.
Sorry es geht hier um Theater und wie kleink......dü müssen diese Leute sein die einem Cabaret die enorme Summe von 5000€ geben und dann feststellen mußten oh ein Cabaret macht Witze bezw kritisiert uns,dass ist ja Ungaublich (lächerlich)
Es gibt da ein nettes Buch Managen für Dummies
Wenn Sponsoren Inhalte bestimmen und kritische
Berichterstattung nicht mehr erwünscht ist, ab diesem Zeitpunkt sollte man Überlegen auszuwandern.
Aber wohin, diese Typen bevölkern ja die Erdkugel...
Ich würde mir nur Wünschen das so etwas etwas kritischer hinterfragt wird und nicht einfach die geben also haben Sie auch alle Recht
21:34
Prima, wie in den Ruhr-nacchrichten noch einmal herausgestellt wurde, dass Gas-, Wasser- und Stromgebühren Marktpreise sind und nicht wegen eines Flughafendefizits höher ausfallen.
Lino, machen Sie es doch wie khecki und kündigen, dann brauchen Sie sich darüber nicht mehr aufzuregen. ISt doch ganz einfach.
Und der Freund khecki verwechselt einfach Regelungen des Grundgesetzes únd gesellschaftliche Normen zwischen Sponsor und Gesponortem.
21:13
Sponsorengelder kann man immer hinterfragen, aber wie weit muß man als Unternehmen sinken um das außer Acht zu lassen.
Die Meinungsfreiheit ist das gewährleistete subjektive Recht auf freie Rede, Äußerung und (öffentliche) Verbreitung einer Meinung in Wort, Schrift und Bild sowie allen weiteren verfügbaren Übertragungsmitteln.
Wenn ich nicht schon weg von denen wäre, würde ich jetzt Kündigen.
20:25
Die Sponsorengelder gehen an andere Kulturprojekte-
wie man heute erfahren hat.
Prima wie in der Presse noch einmal herausgestellt wurde,
wie die Quersubventionierung des Flughafens funktioniert:
Vom Baby bis zum Hartz IV-Empfänger sollten alle möglichst lange heiß duschen,
anschließend wird dieses Gas, Wasser- und Stromgeld dann
ausländischen Airlines irgendwohin reingeblasen.