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Bürgerpreis

Annie Sarfeld ist die Seele der kulturellen Szene in Dortmund

09.02.2012 | 18:35 Uhr
Annie Sarfeld ist die Seele der kulturellen Szene in Dortmund
Für den Bürgerpreis der WR wurde Annie Sarfeld von proKultur vorgeschlagen. Foto: Franz Luthe

Dortmund.   30 Stunden in der Woche ist Annie Sarfeld für proKultur im Einsatz – ehrenamtlich. Mit Gründung des Vereins proKultur hat Sarfeld in Dortmund ein breites Netz an ehrenamtlicher Unterstützung für die Kultur aufgebaut.

30 Stunden in der Woche ist Annie Sarfeld für proKultur im Einsatz – ehrenamtlich. Allein die Zahl der Stunden ist enorm, sie drückt trotzdem noch nicht aus, was Sarfeld leistet: Mit Gründung des Vereins proKultur hat sie in Dortmund ein breites Netz an ehrenamtlicher Unterstützung für die Kultur aufgebaut: 230 Mitglieder zählt ihr Verein, 80 sind regelmäßig ehrenamtlich tätig, für 26 Projekte.

Die Ehrenamtlichen machen Museums- oder Kirchenführungen, halten die Bibliothek im Kochbuchmuseum am Leben, unterstützen Projekte wie „Jedem Kind ein Instrument“ oder Veranstaltungen wie „Klangvokal“. . . Seit elf Jahren belebt der Verein die kulturelle Szene der Stadt. Annie Sarfeld ist Initiatorin, Organisatorin und schlicht das Zugpferd dieses bürgerschaftlichen Engagements.

„Ich ging mit der Idee schwanger, als ich zurück nach Dortmund kam“, erzählt die 70-Jährige. 20 Jahre hatte die gebürtige Dortmunderin in Darmstadt gelebt. Dort arbeitete sie als Innenarchitektin, war politisch und ehrenamtlich aktiv. Erstmals hatte sie dort die Idee, Menschen zusammenzubringen, die sich für einen guten Zweck einsetzen: damals ging es um den Erhalt zweier Abteilungen in einem Museum. Als sie 1999 zurück nach Dortmund zog, wollte sie dieses Projekt auch hier ins Leben rufen. Sie rannte offene Türen ein, zumindest in der Politik. Nur die Beschäftigten der Kultureinrichtungen machten sich zunächst Sorgen um ihre Jobs. „Aber das Ziel war es immer, ergänzend tätig zu sein und Aufgaben zu übernehmen, die von den Hauptamtlichen nicht geleistet werden können“, sagt Sarfeld. Und so zum Erhalt von Einrichtungen beizutragen.

Erstes Projekt: Kochbuchmuseum

Wie dem Kochbuchmuseum. Es war das erste Projekt, das Sarfeld 2001 in Angriff nahm. Hier galt es, die Bibliothek auf Vordermann zu bringen. Damals schon sollte das Museum geschlossen werden, zumindest bis 2010 konnte proKultur die Schließung verhindern. Heute ist mittwochs dank der Ehrenamtlichen die Bibliothek noch zugänglich, die Ausstellung leider nicht mehr. „Ich gehe der Politik aber ständig auf den Geist“, versichert die 70-Jährige, dass sie sich für die Wiedereröffnung einsetzt.

Als Annie Sarfeld 2001 zum ersten Mal Menschen einlud, die Interesse an einem Ehrenamt haben, kamen 80 Männer und Frauen. Heute sind immer noch 58 seit der ersten Stunde dabei. „Darauf sind wir alle stolz“, betont Sarfeld.

Infos zum Bürgerpreis

Zum zweiten Mal verleiht die Westfälische Rundschau den Bürgerpreis, um ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Bis zum 16. März können WR-Leser Menschen, Gruppen oder Unternehmen hierfür vorschlagen. Bis zum Bewerbungsschluss stellen wir im Lokalteil Menschen vor, die von unseren Lesern vorgeschlagen wurden.

Weitere Vorschläge bitte mit einer kurzen Begründung, unter dem Stichwort Bürgerpreis, bis zum 16. März an: Westfälische Rundschau, Brüderweg 9, 44135 Dortmund oder per E-Mail: buergerpreis@westfaelische-rundschau.de.

Vier Preise gibt es: als „Helden des Alltags“ werden eine Einzelperson und eine Gruppe ausgezeichnet. In der Kategorie „Junge setzen sich ein“ werden junge Menschen unter 25 gewürdigt. Ein weiterer Preis geht an Unternehmen, die sich sozial engagieren.

Christina Römer

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