Alles Banane auf Phoenix West für "transindustriale"
05.05.2010 | 19:03 Uhr 2010-05-05T19:03:00+0200
Dortmund. Alles Banane auf Phoenix West: Am Wochenende eröffnet auf dem Gelände in Dortmund-Hörde das Parkfestival „transindustriale” - und auch das dazugehörige gelbe Früchtchen von Künstler Thomas Baumgärtel rutscht in die Realität.
Ende Mai soll das 30 Meter lange, fruchtige Ausrufezeichen auf dem Hochofen V des Ex-Stahlwerks prangen.
Die „transindustriale” ist so nah an der Wirklichkeit des Ruhrgebiets wie wenige andere Kulturhauptstadt-Projekte: Das Festival sucht den Wandel von der Schwerindustrie zu einer Region der Kultur und Natur greifbar zu machen - und erobert von Mai bis Oktober mit Musik, Kunst und Tanz Stätten wie den Hoesch-Park oder den noch entstehenden Phoenix-Park.
Zwei Jahre Programm-Vorbereitung
Gut zwei Jahre haben Rosemarie Pahlke, städtische Kulturhauptstadt-Beauftragte in Sachen Kunst, und Projektleiter Paul Baranowski das Programm vorbereitet. Die größte Arbeit dürfte ihnen die Riesenbanane von Thomas Baumgärtel gemacht haben: Nach vielen Rückschlägen verkündete der Künstler gestern, dass der Bauantrag mündlich genehmigt sei. Zwar fehle ihm noch ein Drittel der privat finanzierten 300 000 Euro Kosten.
Baumgärtel aber ist beschwingt. Durch die Unterstützung von bislang 60 Paten. Den gespendeten Stahl von Thyssen Krupp. Und die gesponserten 350 Kilo Lack für das leuchtende Gelb. Allein der Denkmalschutz, der jegliches Bohren, Schrauben, Schweißen am Hochofen verbietet, bereitet ihm noch Kopfzerbrechen. Trotzdem sind sowohl Baumgärtel als auch Kämmerer und Kulturdezernent Jörg Stüdemann optimistisch, dass die Banane Ende Mai über Dortmund strahlt.
Suche nach "würdigem Ausstellungsort"
Und, so der Wunsch Baumgärtels, auch in der Stadt bleibt – beispielsweise am U-Turm. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir bei dem Volumen des Kunstwerks und der wahnwitzigen Arbeit im Anschluss einen würdigen Ausstellungsort finden”, bestätigte Stüdemann. Längst festgezurrt ist unterdes die große Eröffnungsfeier der „transindustriale”: Am 8. Mai ab 18 Uhr gibt es Musik vom Wolf, Mambo Kurt und lokalen Helden mitsamt Riesenrad für Metropolengefühle - gekrönt durch die mit Feuer, Licht und Live-Musik arbeitende Inszenierung des Hochofens durch das renommierte Forum InterArt. Der 9. Mai gehört ab 11 Uhr den Familien, Hörder Vereinen und Künstlern. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.
Jenseits dessen bietet die „transindustriale” DJ-Picknicks - etwa mit Klaus Fiehe und dem Team von Peter Fox -, Open-Air-Tanzerlebnisse, Kunst und Entspannungs-Schnupperstunden. Mehr unter: www.transindustriale.dortmund.de
Fotomontage: Franz Luthe
16:51
Die Arroganz des Künstlers Thomas Baumgärtel ist bemerkenswert.Hat er sich doch erdreistet, Dortmund mit seiner Banane adeln zu wollen, wie in den RN im Sommer 2010 zu lesern war. Die Tätigkeit des Adelns ist das Privileg eines Monarchen und nicht eines selbstverliebten Künstlers. Dortmund ist seit der Industriealisierung ein prominenter Ort für Kohle, Stahl und Bier, seit gut 100 Jahren auch für Fußball. Auf einem Industriedenkmal hat eine Banane nichts zu suchen. Hoffentlich ist in der Finanzierung nach 6-monatiger Verschandelung des Panoramas auch die Demontage berücksichtigt.
22:14
Dümmer gehts nimmer. Wie kann man für eine solche Geschmacklosigkeit auch nur einen einzigen Euro ausgeben, ob von Sponsoren oder wem auch immer?
Künstler ist ja leider kein Ausbildungsberuf.
Die Hochofenruine muß professionell entrostet werden, das geht aber nicht mit Bananen.
14:24
stümmt Eisstock , Bravo !!!
10:59
Wie kann man einen Hochofen so verschandeln!
Für das Geld kann man die Affen im Zoo . . zig Jahre mit Bananen füttern, die hätten mehr davon.
19:31
In Essen und Dortmund ist nichts gelungen, außer die Autobahn nach Dortmund!
13:46
Schönes Festival, gute Idee. Über die Banane lässt sich streiten. Ich finde die eher provinziell. Da sind die Lichtskulpturen in Duisburg und Essen um Längen gelungener.
12:02
ne vertrocknete zitrone würde besser passen!!!
08:00
Alles und Alle Banane ???
01:19
Als Anwohnerin des ehemals ruhigen Westparks mit seinem wunderschönen, schützenswerten Baumbestand bin ich bestürzt über dieses Festival mitten in einem Wohngebiet.
Der Westpark liegt inmitten verkehrsberuhigter Straßen, rundum von Wohnhäusern umgeben.
Im Sommer kommen hier unzählige Leute zum Grillen, teilweise von auswärts, mit ganzen Zeltgarnituren. Es gibt keine Toilette, aber haufenweise Büsche, die als solche benutzt werden. Parkplätze gibt es ohnehin kaum.
Die Luft ist von hunderten Grills verpestet, die Wiesen liegen voller Müll, auf jeder bank wird gekifft, auch wenn kinder vorbeigehen, nachts wird in den Straßen gegröhlt und randaliert. Der Park ist voller Glasscherben, an denen sich Kinder verletzen.
Ständig beklagen sich Anwohner über die Situation. Polizei und Ordnungsamt bemühen sich, die Situation in den Griff zu bekommen.
Offensichtlich hat die Stadt aber den Park und die Wohngegend zum Abschuss freigegeben. Auf der Dortmund-Seite im Internet wird der Park und damit unser Wohnviertel als Treffpunkt für Hippie und Multikulti-Kultur bezeichnet. Tatsächlich ist das hier ein weitgehend bürgerliches Wohnviertel.
Jetzt noch zwei Monate lang jedes Wochenende drei Tage pro Woche Vollalarm im Westpark.
Ich könnte kotzen. Wer bezahlt mir die Umzugskosten?
22:20
Hier stellt sich für mich schon die Frage, wieso für dieses Projekt 300000 EUR verpulvert werden. Haben so viele private Sponsore Geld überig? Nur weil hier die Kulturhauptstadt Europas ist, muss nicht jedes Projekt unterstützt werden.
Wenn sich ein Künstler austoben will, ist ein attraktives Gebäude (z.B. Kindergarten, Sportanlage) mit Sicherheit sinnvoller.
Das ist reine Verschwendung. Wenigstens kann der Stahl später genutzt werden.