Kronen-Turm ist einer der gefährlichsten Orte Dortmunds

Dieses Bild zeigt einen Eingang zum Kronen-Turm - die Tür steht offen und ist mit einem Seil an der Seite festgebunden.
Dieses Bild zeigt einen Eingang zum Kronen-Turm - die Tür steht offen und ist mit einem Seil an der Seite festgebunden.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Der alte Turm der Kronen-Brauerei ist einer von Dortmundes beliebtesten Lost Places, birgt aber große Gefahren. Dennoch ist er kaum gesichert.

Dortmund.. Eingerissene Zäune, die Tür zum Treppenhaus steht offen, das Dach des 60 Meter hohen Kronen-Turms ist leicht zu erreichen. Dabei ist das leer stehende Gebäude an der Märkischen Straße einer der gefährlichsten Orte in Dortmund. Behörden und Betreiber interessiert das offenbar nicht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist bislang geschehen?

Vergangenen Sonntag mussten sechs Jugendliche vom Dach des Turms gerettet werden, schon am Montag sichtete ein Anwohner erneut Menschen ganz oben auf dem Turm. Seit Jahren schon ist die Kronen-Brache ein lebensgefährliches Ausflugsziel: Mehrere Menschen haben sich verletzt, sind im dunklen Treppenhaus abgestürzt. Immer wieder muss die Polizei Eindringlinge vom Dach holen.

Was ist das Problem?

Die Polizei hält den Kronen-Turm für einen der gefährlichsten Orte Dortmunds. Man kann das Gelände um den Kronen-Turm kinderleicht erreichen, obwohl das Betreten verboten ist. Draußen an der Einfahrt fehlt schlicht der Zaun - und das auf 20 Metern Länge. Nur wenige Schritte sind es bis zum leicht erhöhten Grund des Gebäudes. Die Eingangstür zum Treppenhaus des Turms ist durch ein Seil geöffnet, damit sie offen bleibt - schließen lässt sie sich nicht. Selbst Kinder und Jugendliche können von hier aus problemlos das 60 Meter hohe Dach erreichen.

Warum liegt das Areal überhaupt brach?

Seit Jahren hat sich nicht auf dem alten Brauerei-Gelände getan. Nun soll dort ein neues Wohnviertel entstehen. Der Besitzer wartet noch auf die Baugenehmigung.

Wer ist verantwortlich?

Erwachsene und die Eltern von Jugendlichen haften selbst, wenn sie das Gelände betreten - das ist Hausfriedensbruch. Allerdings muss der Eigentümer Menschen darauf hinweisen, dass auf seinem Grundstück niemand etwas zu suchen hat. Das Areal und auch den Kronen-Turm muss der Hausherr ausreichend absperren. Aber: Ein "Betreten Verboten"-Schild fehlt und der Zaun steht offen.

Was sagt der Eigentümer?

Der Eigentümer des Geländes, die T. und T. Bau GmbH, war für uns am Donnerstag nicht zu erreichen. Wir wollten wissen, warum das Gelände nicht abgesperrt ist, nachdem immer wieder Menschen auf das Dach geklettert sind. Und: Soll das Gelände abgesperrt und bewacht werden?

Was sagt die Stadt?

Das Bauordnungsamt habe den Eigentümer schon mehrfach aufgefordert, die Absperrung sicherzustellen, sagte Stadtsprecher Michael Meinders am Donnerstag. Der Betreiber habe stets gesagt, er mache das, so Meinders. Ob das auch geschieht, kontrolliert die Stadt allerdings nicht.

Was sagt die Polizei?

"Wir möchten uns da nicht einmischen", sagte Nina Vogt von der Pressestelle der Polizei am Donnerstag. Man sei für die Absperrung des Geländes nicht zuständig.