Kritik an ZOB-Umzug in die Dortmunder Nordstadt
30.06.2011 | 12:13 Uhr 2011-06-30T12:13:00+0200
Dortmund.Den ZOB auf die Nordseite des Hauptbahnhofs Dortmund verlegen, um Platz fürs DFB-Fußballmuseum zu schaffen? Auf Gegenliebe stößt das nicht: Grüne, Linke und Planerladen fürchten eine Zusatzbelastung für die Nordstadt. Zudem müssten die Grünfläche versiegelt und Bäume gefällt werden.
Abgesang auf die Nordstadt? Mit den Plänen der Stadt, für den Bau des DFB-Fußballmuseums den Fernbusbahnhof (ZOB) von der Süd- auf die Nordseite des Dortmunder Hauptbahnhofs zu verlagern, mögen sich Grüne, Linke und Planerladen weiterhin nicht anfreunden.
Im Stadtentwicklungsausschuss des Rates stimmten Grüne und Linke dagegen, Planrecht für den ZOB-Ausweichstandort an der Steinstraße im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens - also ohne Umweltprüfung - zu schaffen. Beide Fraktionen lehnte jede Zusatzbelastung für die Nordstadt ab.
Die Grünfläche am Nordausgang des Hauptbahnhofs sei denkbar ungeeignet, so die Grünen, weil neue Fläche versiegelt und Bäume gefällt werden müssten.
Der ZOB Steinstraße schaffe eine weitere Absperrung für die Nordstadt, so die Linken. Zudem sei der nördliche Zugang zu DB- und Stadtbahngleisen nicht barrierefrei; betroffene Fernreisende müssen eine mehrere 100 Meter langen Umweg durch das Burgtor in Kauf nehmen.
Steinstraße schon genug von Verkehr, Lärm und Abgasen belastet
Auch der „Verein zur Förderung demokratischer Stadtplanung und stadtteilbezogener Gemeinwesenarbeit“ macht weiter Front gegen den Fernbusbahnhof an der mit Verkehrslärm und -abgasen eh schon hoch vorbelasteten Steinstraße. Das bereits langjährig existierende Provisorium eines gestalt- und gesichtslosen Platzes, der zur Hälfte als Baustofflager genutzt werde, halte mindestens noch acht bis zehn Jahre an.
In der Bürgerveranstaltung der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord habe Planungsamtsleiter Ludger Wilde laut Planerladen offen eingestanden, dass die Festlegung auf planerische Qualitätsziele durch politische Beschlüsse und strategische Konzepte zur Nordstadtentwicklung „vorerst außer Kraft gesetzt“ seien. Auch von dem radial-konzentrischen Freiraumsystem mit einer Grünachse, die am Bahnhof beginnt, nach Norden zeigt und wichtig ist für die Frischluftzufuhr, müsse man sich vorläufig verabschieden.
Warum zieht das Fußballmuseum nicht in die Nordstadt?
Die Frage, warum die Stadt die Chance ungenutzt gelassen habe, mit dem Bau des Fußball-Museums am Nordausgang Impulse für die weitere Nordstadtentwicklung zu geben, habe Wilde mit der Beteuerung beantwortet, der DFB habe keinen anderen Standort als die städtische Fläche südlich des Hauptbahnhofs akzeptiert. Inzwischen sei zu hören, dass das Beharren auf den südlichen Bahnhofsvorplatz der Lobbyarbeit der im City-Ring organisierten Kaufleute geschuldet sei.
Bei der Standortsuche für das DFB-Fußballmuseum hätten verkehrsfunktionale Gesichtspunkte eine überragende Rolle gespielt, kritisiert der Planerladen Dortmund. Die Schutzgüter Mensch, Umwelt und Städtebau seien erkennbar hintan gestellt worden. Zweifel daran, dass der zentrale Omnibusbahnhof eine zentrale innerstädtische Lage am Hauptbahnhof brauche, hätten die Vertreter der Stadt gar nicht erst aufkommen lassen.
11:17
Die Grünfläche mit ihren jahrzehntealten Bäumen sollte für diese Nutzung nicht geopfert werden. Mich erstaunt immer wieder, wie die Stadt Dortmund mit ihren Grünflächen verfährt. Im Zuge des Umbaus des U-Turms und der Verlegung der Brinkhoffstraße wurden bereits der Platz von Buffalo und umliegende Bereiche mit Bäumen bis auf sage und schreibe 1(!) Platane komplett platt gemacht. Ersatzpflanzungen von öden Ahornbäumen, Platanen und demnächst Robinien können den Verlust nicht wett machen. Am Nordausgang des Hauptbahnhofs sind die Linde und die Kirschbäume (besonders in der Blütezeit) ein wunderschöner Anblick, den es zu erhalten gilt.
11:28
@msdong:
Die Busse die aus östlicher richtung kommen werden sicher nicht erst über den Hafen fahren, da es ein grosser Umweg ist.
Die kommen genauso über die B1 und B54 in die City wie zuvor und müssen dann statt zum ZOB am Wall, hinter den Bahnhof. Daher stehen die beiden o.g. Brücken teilweise im Weg.
16:04
Naja, die kommen alle vom hafen. da gibts keine brücken zu durchfahren.
15:38
Bei der ganzen Diskussion um das Für- und Wider des neuen ZOB sollten man auch bedenken, dass einige Brücken vom Wall zum Nordausgang von der Höhe für Doppelstockbusse unpassierbar sind. Da bleibt es nur eine Frage der Zeit wann der erste Doppelstockbus aus Unachtsamkeit sich das Dach unter den Brücken an der Brinkhoff- und Leopoldstrasse kaputt bzw.abfährt.
Persönlich finde ich den Standort für das Museum allerdings völlig falsch!
15:24
Schade, dass man das DFB-Museum nicht ins U integrieren konnte.
13:53
WTF Fußballmuseum? Braucht man sowas mitten am HBF? Ein Neubau? Gibt es keine passende Immobilie?
13:36
Die Linienbusse (mit Ausnahme NE und 444)halten doch auch seit Jahren schon am Nordausgang, warum dann nicht auch Reisebusse? Vom Linienbus zum Reisebus wäre es so barrierefrei.
Außerdem: Ich habe noch keinen Fernreise/ Fernreiselinienbus OHNE Treppen gesehen. Die Argumente zählen nicht.
13:19
Bei den Dortmunder Stadtplanern kommt man wirklich ins Verzweifeln. Schon die mangelnde Barrierefreiheit sollte genügen, um den Platz am Nordausgang zu disqualifizieren. Das macht das ohnehin gravierende Barriere-Problem am Dortmunder Hbf nochmal schlimmer.
Vermute mal, da sind Spendengelder geflossen, anders kann ichs mir nicht erklären. Schätze man sollte dagegen protestieren. Ich glaub ich zieh lieber weg.