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Wahlwiederholung

Kritik an SPD-Beschwerdeführern zur Wahlwiederholung in Dortmund

14.01.2012 | 10:03 Uhr
Kritik an SPD-Beschwerdeführern zur Wahlwiederholung in Dortmund
Dortmunds Parteien hoffen mit Ausnahme der SPD, dass der Rat doch zügig wiedergewählt werden kann. Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Nach der angekündigten Bescherde dreier SPD-Ratsmitglieder gegen das Wahlwiederholungsurteil gehen Dortmunds CDU und Grüne davon aus, dass es trotz der Beschwerde zur Wiederholungswahl kommt. Motto: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Unklar sind auch Fragen zu den Bezirksvertretungen.

Dortmunds Grüne sprechen von einer „verpassten Chance“. Die CDU nennt die SPD „uneinsichtig“ und die Linken im Rat fürchten Böses für die Stadtbezirke Huckarde und Eving: Die Ankündigung der drei SPD-Kläger Olaf Radtke, Hans-Peter Balzer und Petro Möckel , in der Frage der Wahlwiederholung die Bundesrichter anzurufen, fordert die anderen Fraktionen heraus.

„Eine schnelle Wiederholungswahl wäre ein Signal des Aufbruchs gewesen, um zeitnah zum politischen Alltagsgeschäft zurückzukehren“, sagt CDU-Parteivorsitzender Steffen Kanitz. Es sei nicht zu verstehen, warum die Beschwerdeführer nicht anerkannten, dass die Oberverwaltungsrichter in Münster den Rat und die Bürger in ihrem Anspruch auf eine frühzeitige und wahrheitsgemäße Information gestärkt hätten. Man hoffe, dass es dennoch möglich sei, zeitnah zu einem einheitlichen Wahltermin mit den Bezirksvertretungen zu kommen.

Sollte sich die Chance noch in diesem Jahr bieten, „gibt es keinen Grund, von einer Wiederholungswahl abzurücken“, assistiert CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel. Sollte allerdings deutlich mehr Zeit ins Land ziehen , bis es zu einem erneuten Urnengang kommen kann, „müssen wir sehen, dass der Abstand zur Kommunalwahl 2014 noch darstellbar bleibt.“ Die Entscheidung über die Stadtbezirke Huckarde und Eving (der Rat muss im Februar die Hauptsatzung ändern) will die CDU aufgrund der neuen Lage nicht hinausschieben. „Nach Stand der Dinge gibt es keinen Grund, die Sache nicht zu Ende zu bringen“, sagt Monegel.

Info
Eving und Huckarde müssen zittern

Der geplanten Fusion der Stadtbezirke Eving und Huckarde steht nach den jüngsten Entwicklungen (eigentlich) nichts mehr im Wege.

Mit Einreichen der Beschwerden der drei SPD-Kläger wird der Rat bekanntlich (vorerst) nicht aufgelöst. Er bleibt bis auf weiteres handlungs- und beschlussfähig.

Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben erledigt und die nötige Ratsvorlage zur Änderung der Hauptsatzung erarbeitet.

In der nächsten Ratssitzung Ende Februar könnte somit die Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP den Schlussstrich unter die eigenständige Existenz der beiden Stadtbezirke ziehen. Während die Bezirksverwaltungsstellen damit Ende des Jahres faktisch abgeschafft sind, kommen die Bezirke erst zum Ende der Legislaturperiode dran. Nach der Kommunalwahl 2014 könnten sie demnach Geschichte sein.

„Das absurde Spiel um die Wahllüge geht weiter“, schüttelt Grünen-Fraktionschef Mario Krüger den Kopf. Die SPD müsse sich fragen lassen, warum sie der Wiederholungswahl nicht schon im Frühjahr 2010 bei der NRW-Wahl zugestimmt habe? „Insofern sind auch die Appelle von SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse an seine klagenden Fraktionsmitglieder unglaubwürdig“, sagt Grünen-Sprecherin Ingrid Reuter. „Wenn die Beschwerde nicht zugelassen wird, stehen wir in wenigen Wochen vor derselben Situation.“

„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, kommentiert Utz Kowalewski, Fraktionschef der Linken. „Die SPD-Ratsvertreter wollen mit dem Kopf durch die Wand.“ Durch die Beschwerde bleibe der Rat nun im Amt - Jamaika (CDU, Grüne, FDP) könne endgültig das Aus für die Stadtbezirke Huckarde und Eving beschließen. Dabei gebe es auch „innerhalb von Jamaika“ Angst vor einer Wahlwiederholung. Das gelte nicht allein für die FDP. Dafür stehe auch der Vorstoß von Grünen-Rechtsdezernent Wilhelm Steitz bei Prüsse für einen Prozessvergleich. Steitz’ Amtszeit laufe bald aus, und ohne Jamaika sehe es schlecht aus für seine Wiederwahl.

Gelsenkirchener Gericht schaut nach Leipzig

Die 15. Kammer des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen beweist stoische Ruhe und Weitblick: Vor dem Hintergrund der neuesten Entwicklungen will man erst auf die Entscheidung der Richter am Bundesverwaltungsgericht Leipzig warten. Vorher werden weder ein Verhandlungstermin in Sachen Klage der elf SPD-Bezirksvertreter anberaumt noch eine Wahlwiederholung in den Stadtbezirken (bis auf Brackel) auf Dortmund zukommen.

Die drei SPD-Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision beim Bundesverwaltungsgericht. Ein Kommunalwahl-Wiederholungstermin unbekanntem Datums. Die Sorge vor zwei Terminen für Wahlwiederholungen - und zwei Mal 1,2 Millionen Euro Kosten. Die Lage könnte verworrener kaum sein. Und auch beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen erlebe man so etwas nicht alle Tage, sagt Sprecher Karsten Herfort.

Bezirksvertretung-Klagen anhängig

Klar ist aber seit Freitag: Die 15. Kammer, bei der die elf SPD-Klagen aus den Bezirksvertretungen noch immer anhängig sind - sie wird ihr Vorgehen an dem des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig ausrichten. Heißt: „Wenn das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerden nicht zulässt, ist das OVG-Urteil rechtskräftig.“ Dann werde das VG Gelsenkirchen aller Wahrscheinlichkeit nach einen Verhandlungstermin ansetzen und zu einem Urteil kommen.

Szenario 2: Sollte die Revision beim Bundesverwaltungsgericht zugelassen werden, „wird die 15. Kammer auch auf das Ergebnis warten“, so Herfort. Mit anderen Worten: Es werde keine Wiederholungswahl der Bezirksvertretungen v o r einer Wiederholung der Kommunalwahl von 2009 geben.

Zwei Wahltermine fraglich

Das aber heißt noch nicht, dass es nicht doch noch zwei getrennte Wahltermine geben könnte. Denkbar wäre beispielsweise, dass eine Wiederholung der Kommunalwahl mit Viermonatsfrist angesetzt wird - die SPD-Kläger aus den Bezirksvertretungen sich einem Urteil aus Gelsenkirchen zur Wahlwiederholung aber nicht beugen wollen. Dann könnten sie entweder Berufung beim OVG Münster einlegen oder einen Antrag auf Zulassung einer Berufung beim OVG auf den Weg bringen. Die Folge: Die BV-Wahlen könnten im ungünstigsten Fall n a c h den Kommunalwahlen stattfinden.

Gleichwohl gebe es noch immer die Möglichkeit, dass die Kläger sich dem Urteil des OVG beugen (und unter Umständen einem des Bundesverwaltungsgerichtes) und ihre Klagen zurückziehen. „Dann ist die Sache morgen erledigt“, so Herfort. „Ob die Verfahren schnell abgewickelt werden können, hängt auch von den Klägern ab.“

Gregor Beushausen, Peter Ring

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Kommentare
22.01.2012
14:05
Kritik an SPD-Beschwerdeführern zur Wahlwiederholung in Dortmund
von KritischerDo | #11

"Einer von drei SPD-Klägern gegen Wiederholungswahl springt ab"

Da lese ich die Überschrift und denke, da ist ja einer schlau geworden.Leider musste ich feststellen, dass der eigentliche Grund der Rücknahme der Beschwerde, eine mögliche Auflösung der BV Eving ist.

Natürlich können die klagenden Ratsmitglieder ihre demokratischen Rechte in Anspruch nehmen.
Sie dürfen sich nur nicht wundern, wie dann die Basis und/oder der Wähler reagiert.

Als SPD Mitglied war ich seinerzeit schon gegen die Klage und freue mich umso mehr, dass unsere Ratsvetreter/innen, nicht geklagt haben.

Ralf Grönke
Stadtbezirk Mengede

15.01.2012
18:48
@ 9 vaikl Billiges Nachäffen ....
von Swatson | #10

.. sagt der King im blöden und inhaltslosen "Ankläffen"! Auch mit Ihrem gelegentlichen pseudo-intellektuellem Gehabe kommen Sie nicht ansatzweise so "gebildet" rüber, wie es es selbst - vermutlich - glauben. Sie machen sich hier nur regelmässig zum "Affen" - wenn Sie verstehen, was ich meine ......

15.01.2012
17:37
@Swatson | #8
von vaikl2 | #9

Hatte ich doch glatt vergessen - Sie sind ja auch im billigen Nachäffen der King hier.

15.01.2012
15:31
@ 3 vaikl
von Swatson | #8

Jetzt tun Sie bloß nicht so, als ob gerade S I E was von Rechtssprechung verstünden - bei Ihnen ist der Rechtsweg vermutlich nicht nur bei Preisausschreiben ausgeschlossen, so wie Sie sich hier im Forum geben - oder? Und - "Demokratie" gilt eben für alle oder nicht - und wenn sie nicht für alle gilt, dann ist sie keine, auch wenn sie sich als solche bezeichnet. Oder ist das jetzt schon zu viel Philosophie für Sie?

15.01.2012
13:33
Kritik an SPD-Beschwerdeführern zur Wahlwiederholung in Dortmund
von KritischerDo | #7

****************************Oh, Herr lass HIRN regnen.Bitte

15.01.2012
13:30
Kritik an SPD-Beschwerdeführern zur Wahlwiederholung in Dortmund
von KritischerDo | #6

Olaf Rad(ab)ke und Co. hängen nur an den Posten und haben Angst, grosse Angst, nicht mehr gewählt zu werden.

Zudem möchte sich "Klein Olaf" noch ein wenig profilieren, da er selbst Jurist (in einer anderen Gemeinde) ist.

Lange nicht mehr in der Zeitung gewesen, lieber Herr Radke ?

15.01.2012
08:01
Kritik an SPD-Beschwerdeführern zur Wahlwiederholung in Dortmund
von KritischerDo | #5

"Gleichwohl gebe es noch immer die Möglichkeit, dass die Kläger sich dem Urteil des OVG beugen (und unter Umständen einem des Bundesverwaltungsgerichtes) und ihre Klagen zurückziehen"


*****************************Oh, Herr lass HIRN regnen.Bitte



14.01.2012
20:07
@narit | #2
von vaikl2 | #4

Die weiteren Kosten tragen die Beschwerdeführer selbst. Woher sie die Kohle dafür nehmen, ist völlig piep, solange es nicht wieder auf Steuerkosten wie bei Prüsses Griff in die Fraktionskasse geht.

Diese Art der Demokratie ist dem normalgebildeten Bürger aber sowas von einfach zu vermitteln, denn es geht um *seine* Wahlstimme, die hier geschützt werden soll. Wenn Ihnen Geld lieber ist als Demokratie, sollten Sie sich evt. demnächst zusammen mit Prüsse und den drei Unbelehrbaren irgendwo außerhalb der Zivilisation ein Asyl suchen, in dem Demokratie keine Rolle spielt.

14.01.2012
20:03
@ #1 Fakeilein
von vaikl2 | #3

Jetzt tun Sie bloß nicht so, als ob Sie was von Rechtssprechung verstünden. Sie wissen doch garnicht, wie das OVG-Urteil oder der immer gern angeführte "Rechtsweg", den Sie wahrscheinlich aus irgendwelchen Preisausschreiben kennen, aussieht.

Das Einzige, was Sie wieder mal wirklich interessiert, ist die stumpfe, sinnfreie Vermischung von irgendwelchen Titelthemen, um Ihren braunen Gedankenmüll unter zu bringen.

14.01.2012
18:59
Kritik an SPD-Beschwerdeführern zur Wahlwiederholung in Dortmund
von narit | #2

Genau, wer trägt die Kosten für das weitere Verfahren? Wird da nicht gemunkelt, dass es finanzkräftige Privatunternehmer sind? Wenn dies so ist, ist dies nicht auch eine Verstrickung zwischen Privatunternehmer und Amt? Wer über Wulff herfällt, sollte sich auch mal über diese Art der Finanzierung und ihre Rechtmäßigkeit hermachen.

Diese Art der Demokratie ist übrigens den BürgerInnen sehr schwer zu vermitteln, besonders unter dem Einsatz der finanziellen Mittel. Insoweit wird weiter Sozialabbau betrieben, Arbeitslosigkeit in ineffiziente Wege geleitet, öffentliches Eigentum weiter privatisiert und weiterhin den Leuchtturmprojekten die Millionen in den Hintern geschoben. Dafür werden die Stadtteile Huckarde und Eving geopfert.

Es ist so traurig, diesen Politclowns zuzusehen.

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