Kritik an S-Bahn-Taktung - Stadtwerke fürchten hohe Kosten

Statt alle 20 Minuten sollen die S-Bahnen in Dortmund ab Dezember 2019 im 15- und 30-Minuten-Takt rollen. Bei Stadt und Stadtwerken (DSW21) stößt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) damit aber weiter auf Kritik und Ablehnung.

Dortmund.. "Das ganze Konstrukt ist nicht stimmig", kritisiert der städtische Verkehrsplaner Winfried Sagolla. "Die Nachteile überwiegen." Es gebe zu viele Brüche in den Takten, die sich je nach Haupt- und Nebenverkehrszeit unterscheiden sollen. Spitzen über die Mittagszeit etwa durch den Schülerverkehr würden nicht berücksichtigt, stellt Sagolla fest.

Nicht zuletzt bleibt das Abstimmungsproblem mit dem Bus-Fahrplan von DSW. Mit 24 Stationen ist die S-Bahn eng in das Verkehrssystem der Stadt einbezogen, argumentiert DSW-Verkehrsvorstand Hubert Jung. Entsprechend eng ist die Verknüpfung mit Stadtbahn- und Busnetz. "Wir können aber nicht das komplette Busnetz vom bisherigen 20-Minuten-Takt auf einen 15- und 30-Minuten-Takt umfriemeln", erklärt Jung.

Mehrkosten bis zu fünf Millionen Euro

Die drei Millionen Euro, die der VRR als Kompensation für zusätzliche Belastungen den sechs betroffenen Verkehrsunternehmen zur Verfügung stellen will, helfen da nur bedingt weiter. Die Schätzungen für die Mehrkosten allein für DSW21 liegen zwischen zwei und fünf Millionen Euro.

Nicht zuletzt zweifeln die DSW-Experten die Prognosen des VRR-Gutachters an, der von deutlich steigenden Fahrgastzahlen ausgeht. Wenn wegen fehlender Anschlüsse die Verlässlichkeit des Angebots nachlässt, sinkt auch die Akzeptanz beim Kunden, fürchtet Stadtwerke Marketing-Chef Dr. Heinz-Josef Pohlmann.