Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule

In diesem Gebäude der ehemaligen Hauptschule Dortmund-Derne könnten Flüchtlinge untergebracht werden.
In diesem Gebäude der ehemaligen Hauptschule Dortmund-Derne könnten Flüchtlinge untergebracht werden.
Foto: Linz/PiLi
Was wir bereits wissen
Keine Duschen oder Küchen - die Entscheidung der Dortmunder Verwaltung, das Gebäude der früheren Hauptschule Derne als Notunterkunft für Flüchtlinge zu verwenden, stößt auf Kritik im Rat. Die Politiker fordern schriftliche Zusagen, dass das Gebäude nur bis Ende des Jahres entsprechend genutzt wird.

Dortmund.. Die Entscheidung der Verwaltung, zur Entlastung der völlig überforderten Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney bis zu 250 Flüchtlinge notdürftig im bislang leerstehenden Gebäude der früheren Hauptschule Derne unterzubringen, wird Thema im Rat.

Dass das Land, wie es der zuständige Stadtrat Wilhelm Steitz (Grüne) zugesagt hat, bis spätestens Ende diesen Jahres eine zusätzliche Erstaufnahme außerhalb Dortmunds in Betrieb nimmt und dadurch die Notlösung in Derne wegfallen kann, will die CDU-Fraktion in der Ratsversammlung am 27. September von Steitz schriftlich haben. „Bekanntlich hält ja nichts länger als ein Provisorium“, begründeten Christiane Krause und Justine Grollmann, ordnungspolitische und sozialpolitische Sprecherinnen der CDU-Fraktion, am Freitag ihre Forderung.

"Nur absolute Notlösung"

Ihrer Einschätzung nach ist das frühere Hauptschulgebäude „nur eine absolute Notlösung“. Im Grunde sei der mehr als 100 Jahre alte Bau, den die Verwaltung nun in Windeseile renovieren lässt und schon am Wochenende mit den ersten Familien belegen will, ungeeignet zur mehrere Tage langen Unterbringung von gerade angekommenen Asylsuchenden.

„Es fehlt dort an allem, was den Asylbewerbern eine menschenwürdige Unterbringung ermöglicht“, sagt Ratsfrau Justine Grollmann. Das Gebäude lasse sich so kurzfristig auch nicht umrüsten, um 250 Menschen darin angemessen zu versorgen. „Im Gegensatz zum Standort Hacheney, der schon vorher als Schulinternat gedient hatte und dennoch monatelang umgebaut wurde, sind in Derne keinerlei sanitäre Anlagen vorhanden“, so Grollmann.

Wobei: Einige wenige Toiletten dürften sicherlich noch vorhanden sein, Duschen und Küchen aber wohl eher nicht.

Das Land NRW in der Pflicht

Ordnungspolitikerin Christiane Krause sieht das Land NRW in der Pflicht, Dortmund bei der Unterbringung der Flüchtlinge, die überwiegend aus Syrien, Mazedonien, Serbien, Iran und Irak kommen, zu helfen. Krause rät dazu, in allererster Linie leer stehende Kasernengebäude ins Visier zu nehmen. „Die sind bestens geeignet, auch eine größere Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen und ihnen humanitäre Hilfe zu bieten“, begründet die CDU-Ratsfrau ihren Vorschlag.

Wie gut in Kasernenanlagen die Versorgung von Asylsuchenden funktioniert, hätten das Land und die Stadt Dortmund bereits am Westfalendamm erfahren, dem vormaligen Standort der zentralen Erstaufnahme und des städtischen Asylantenwohnheims.

„Wir können die Flüchtlinge nicht wegschicken“, so Dirk Goosmann, ordnungspolitischer Sprecher der SPD. Er erwarte aber von der Verwaltung, dass sie in Derne, was Verkehrs- und Sicherheitsfragen angeht, alle Maßnahmen ergreift, um die Belastungen der Anwohner so gering wie möglich zu halten.