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Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule

07.09.2012 | 19:00 Uhr
In diesem Gebäude der ehemaligen Hauptschule Dortmund-Derne könnten Flüchtlinge untergebracht werden.Foto: Jochen Linz

Dortmund.   Keine Duschen oder Küchen - die Entscheidung der Dortmunder Verwaltung, das Gebäude der früheren Hauptschule Derne als Notunterkunft für Flüchtlinge zu verwenden, stößt auf Kritik im Rat. Die Politiker fordern schriftliche Zusagen, dass das Gebäude nur bis Ende des Jahres entsprechend genutzt wird.

Die Entscheidung der Verwaltung, zur Entlastung der völlig überforderten Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney bis zu 250 Flüchtlinge notdürftig im bislang leerstehenden Gebäude der früheren Hauptschule Derne unterzubringen, wird Thema im Rat.

Dass das Land, wie es der zuständige Stadtrat Wilhelm Steitz (Grüne) zugesagt hat, bis spätestens Ende diesen Jahres eine zusätzliche Erstaufnahme außerhalb Dortmunds in Betrieb nimmt und dadurch die Notlösung in Derne wegfallen kann, will die CDU-Fraktion in der Ratsversammlung am 27. September von Steitz schriftlich haben. „Bekanntlich hält ja nichts länger als ein Provisorium“, begründeten Christiane Krause und Justine Grollmann, ordnungspolitische und sozialpolitische Sprecherinnen der CDU-Fraktion, am Freitag ihre Forderung.

"Nur absolute Notlösung"

Ihrer Einschätzung nach ist das frühere Hauptschulgebäude „nur eine absolute Notlösung“. Im Grunde sei der mehr als 100 Jahre alte Bau, den die Verwaltung nun in Windeseile renovieren lässt und schon am Wochenende mit den ersten Familien belegen will, ungeeignet zur mehrere Tage langen Unterbringung von gerade angekommenen Asylsuchenden .

 „Es fehlt dort an allem, was den Asylbewerbern eine menschenwürdige Unterbringung ermöglicht“, sagt Ratsfrau Justine Grollmann. Das Gebäude lasse sich so kurzfristig auch nicht umrüsten, um 250 Menschen darin angemessen zu versorgen. „Im Gegensatz zum Standort Hacheney, der schon vorher als Schulinternat gedient hatte und dennoch monatelang umgebaut wurde, sind in Derne keinerlei sanitäre Anlagen vorhanden“, so Grollmann.

Wobei: Einige wenige Toiletten dürften sicherlich noch vorhanden sein, Duschen und Küchen aber wohl eher nicht.

Das Land NRW in der Pflicht

Ordnungspolitikerin Christiane Krause sieht das Land NRW in der Pflicht, Dortmund bei der Unterbringung der Flüchtlinge, die überwiegend aus Syrien , Mazedonien, Serbien, Iran und Irak kommen, zu helfen. Krause rät dazu, in allererster Linie leer stehende Kasernengebäude ins Visier zu nehmen. „Die sind bestens geeignet, auch eine größere Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen und ihnen humanitäre Hilfe zu bieten“, begründet die CDU-Ratsfrau ihren Vorschlag.

Wie gut in Kasernenanlagen die Versorgung von Asylsuchenden funktioniert, hätten das Land und die Stadt Dortmund bereits am Westfalendamm erfahren, dem vormaligen Standort der zentralen Erstaufnahme und des städtischen Asylantenwohnheims.

Flüchtlinge ziehen um

„Wir können die Flüchtlinge nicht wegschicken“, so Dirk Goosmann, ordnungspolitischer Sprecher der SPD. Er erwarte aber von der Verwaltung, dass sie in Derne, was Verkehrs- und Sicherheitsfragen angeht, alle Maßnahmen ergreift, um die Belastungen der Anwohner so gering wie möglich zu halten.

Rolf Maug


Kommentare
19.10.2012
09:17
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von hubertvomhellweg | #21

Es ist doch schon eigenartig das die Asylanträge stetig steigen,seitdem das Asylantengeld erhöht wurde. Die Politiker haben doch schon Erfahrungen mit Flüchtlingen und Asylanten und machen doch immer wieder die gleichen Fehler.Gerade Dortmund muss doch wissen wie das alles Enden kann. Und das die Flüchlinge noch Vorderungen stellen, gießt doch nur Feuer ins Blut der braunen Brut.

13.10.2012
10:22
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von katerlein | #20

Unsere Politiker könnten ja Flüchtlinge aufnehmen,in Ihren Villen.
Platz haben Sie doch genügend oder?

10.09.2012
18:24
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von AnetteP | #19

Im Keller der Schule befinden sich Duschen und ein extra Container mit Duschen wurde auf gestellt. (Quelle Ruhr Nachrichten 10.09.12) Es gibt Toiletten und es gibt 3 Mahlzeiten am Tag.

Die Kritik finde ich total übertrieben.

10.09.2012
10:14
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von baldinsoelde | #18

Bereits richtig erkannt wurde, die Flüchtlinge verbleiben nur wenige Tage in der Erstaufnahmeeinrichtung.

Zu den Herkunftsländern hat der Bundesinnenminister die Zahlen für Juli 2012 veröffentlicht:

Hauptherkunftsländer im Juli 2012 waren:

Zum Vergleich

Nr. Land Mai Juni Juli
1. Syrien 362 388 608
2. Afghanistan 505 595 548
3. Irak 360 416 464
4. Iran 320 293 327
5. Serbien 143 199 324
6. Pakistan 179 316 248
7. Mazedonien 117 132 215
8. Russ. Föd. 148 139 193
9. Kosovo 85 156 152
10. Georgien 86 65 115

Neben den 4.498 Erstanträgen wurden im Juli 2012 beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 882 Folgeanträge gestellt.

Die Zunahme der Antragsteller resultiert zumeist aus Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien und -in der Tat- aus Roma aus Serbien, Mazedonien und dem Kosovo. Diese Gruppen nutzen die Visafreiheit und lassen sich nur schwerlich als echte Asylbewerber einsortieren.

Ich prophezeie, dass 99% der Roma nicht anerkannt werden, aber hier bleibt.

1 Antwort
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von Dortmunder1909 | #18-1

Interessant sind aber auch die Zahlen aus NRW. Wer sich das Heim in Derne und Hacheney aktuell von außen anguckt sieht bereits mit bloßen Auge die Massen an Roma!

09.09.2012
15:14
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von runningvalentino | #17

Folgendes dazu:

Käme ich persönlich aus einem Kriegsgebiet und müsste/ wollte Asyl in einem fremden Land beantragen, wäre ich zunächst froh ein Dach über dem Kopf zu haben. Es soll auch Flüchtlinge geben, die vorher in zelten campiert haben. Die Schule in Derne ist als temporäre Unterkunft " besser als nix".

Eine Schule ohne Toiletten gibt es meines Wissens in Dortmund nicht, sodass die Asylbewerber sicherlich ihre Notdurft verrichten können und sich auch waschen können. Ansonsten könnten man ihnen zwecks Duschen einen Besuch im Hallenbad anbieten.

Essensaufnahme dürfte in der Schule auch kein Problem sein, wenn es denn angeliefert wird.

Alle anderen Dinge - TV, Computer, Telefon - müssen erst einmal hinten anstehen, da die Flüchtlinge in erster Linie um ihr Leben fürchteten.

Als Übergangslösung darf es hier eigentlich keine Kritik hageln, es sei denn es sind parteipolitische Scharmützel...

2 Antworten
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von xxyz | #17-1

So isses.

Ich befuerchte nur, dass viele ihr Deutschlandbild schnell revidieren werden, wenn sie die verlassenen Haeuser der Umgebung sehen.

Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von Dortmunder1909 | #17-2

Was für Kriege sollen in Ländern wie z.B. Kosovo, Mazedonien, Bosnien, Serbien u.a. herrschen? Die meisten der jetzigen Flüchtlinge sind Roma! Die paar wenigen Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan werden nur dafür genutzt sich rauszureden und den Bürgern ein X vor dem U vorzumachen! Bei aller Kritik Schönfärberei hilft auch nicht weiter, sondern klare Kante!

08.09.2012
17:44
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Name von Moderation entfernt | #16

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1 Antwort
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von Zanti | #16-1

Das Asylbewerberheim in Hacheney liegt doch im Süden.
In Kirchhörde, ebenfalls Süden ist auch eine Notunterkunft.

08.09.2012
15:08
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von Dortmunder1909 | #15

Kritik ist mehr als berechtigt.Ob die Leute in der NRW Erstaufnahmeeinrichtung sind oder verteilt werden. Das Prinzip ist das selbe. Der Großteil des derzeitigen Ansturm kommt wegen der Erhöhung des Geldes wegen. Integration schön und gut, aber was ist mit denen , welche falsche Angaben (nicht zu wenige!) machen und den ehrlichen ihre Würde rauben!? Bei Hartz IV wird gefordert und gefördert warum nicht auch bei den Asylbewerbern? Stattdessen können viele zum x - ten mal hier Steuergelder abziehen! Die müssten abgewiesen statt verteilt werden. Dann würde sich auch die Lösung in Derne erübrigen.

08.09.2012
14:27
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Name von Moderation entfernt | #14

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08.09.2012
12:05
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von AnetteP | #13

BenDoNord | #11, sie verstehen das ganze wohl nicht. Die Flüchtlinge bleiben in der Regel nur ein paar Tage in der ANLAUFSTELLE. das ist kein Wohnheim. Dort werden Personalien aufgenommen usw. und dann werde die Flüchtlinge auf ganz NRW verteilt.

Da die Flüchtlinge ihr Essen (3 Mahlzeiten täglich) fertig angeliefert bekommen braucht man keine Küchen für die Menschen. Und ich glaube kaum das die Flüchtlinge Töpfe Geschirr usw.auf Ihrer Flucht Zb. aus Syrien mit genommen haben.
Und ich glaube kaum das jemand der aus einem Kriegsgebiet geflüchtet ist sich Gedanken darüber macht ob er für die ersten 3 Tage sein Essen fertig geliefert bekommt oder selbst kochen kann.

2 Antworten
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von BenDoNord | #13-1

AnetteP, ich verstehe sehr wohl. Natürlich kann es jedem egal sein, ob man nun selbstgemachtes oder Kantinenessen zu sich nimmt. Gegenteiliges war meinem Kommentar nicht zu entnehmen. Und kann es nicht sein, dass Leute - wenn auch manche nur für wenige Tage - in einer Unterkunft kaserniert werden, in der es an grundlegendem fehlt. Insbesondere dann, wenn es sich um eine come&go-Unterkunft handelt, hat die Stadt eine besondere Verantwortung u.a. für hygienische Zustände zu tragen. Über Hygiene und über die Lebensumstände machen sich Flüchtlinge selbstverständlich genau die selben Gedanken wie alle anderen Mitbürger auch. Und sie haben diesbezüglich die selben Rechte. Daher ist es die Aufgabe der Stadt, einen würdigen Zustand herzustellen. Es muss kein Hotel werden, aber der "Komfort" einer Bundeswehrkaserne ist das absolute Minimum.

Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von AnetteP | #13-2

BenDoNord, die Stadt Dortmund ist dabei die Schule zu sanieren. Es ist ja nicht so das die Flüchtlinge in Holzhütten ohne Strom und Wasser untergebracht werden.

Und noch einmal, die Menschen sind da für 3 - 7 Tage. Weil alle Ankömmlinge in NRW auf nur zwei Städte verteilt werden ginge es auch gar nicht anders.

Und wenn es dort "nur" Toiletten und Waschbecken gibt reicht das völlig für 3 - 7 Tage aus.

08.09.2012
11:41
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von OmenEstNomen | #12

Dieses leidige Flüchtlingsthema. Syrien, Iran und Irak, geschenkt. Aber können die Menschen aus Serbien (Visafreie Kosovaren?) und Mazedonien sich nicht bitte beim Aufbau ihrer Länder beteiligen als hier auf die, zugebenermaßen gutbezahlte, Ablehnung ihres Asylsanstrags zu warten?

2 Antworten
Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von OmenEstNomen | #12-1

zugegegegebenermaßen

Kritik an Flüchtlings-Unterkunft in Dortmunder Ex-Schule
von xxyz | #12-2

Wenn Einwohner von Ländern, die schon einige Schritte auf dem Weg zum EU-Beitritt erreicht haben, Asyl beantragen, ist das nicht mehr vermittelbar.

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