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Kritik am „Stillstand de luxe“

01.01.2013 | 14:23 Uhr
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Kritik am „Stillstand de luxe“
Die Beschäftigungslage im Handwerk ist stabil.Foto: dapd

„Die Beschäftigungslage im Handwerk ist stabil geblieben“, bilanziert Otto Kentzler, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, in seinem Jahresrückblick.

„Die Beschäftigungslage im Handwerk ist stabil geblieben. Das ist gut für die Gesamtwirtschaft im Ruhrgebiet“, bilanziert Otto Kentzler, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, in seinem Jahresrückblick.

Doch die optimistischen Prognosen haben sich nicht ganz erfüllt. Die für 2012 anfänglich erwarteten Umsatzzuwächse werden bis zum Jahresende leider nicht erreicht, sagt er. „Wir bauen aber darauf, dass sich die gute Auslastung der Handwerksbetriebe vom Grundsatz her im nächsten Jahr fortsetzt und so bis zu ein Prozent mehr Umsatz erzielt werden kann. Zumal derzeit stark in die Immobilienpflege investiert wird und die Leute ihr Geld offenbar gern in werthaltige Handwerksleistungen anlegen.“

Von politischer Seite fordert der Präsident passgenaue Unterstützung für Handwerk und Mittelstand. „An erster Stelle ist hier natürlich die Staatsschuldenkrise zu nennen. Doch auch bei der Steuer-, Sozial- und Energiepolitik gibt es wichtige Entscheidungen zu treffen, damit Deutschland der Stabilitätsanker in Europa bleibt.“

Anreize für Investitionen benötigt

Die Energiewende sei ebenso eine Herausforderung, der man sich von politischer Seite angemessen stellen müsse. Kentzler: „Was wir wirklich brauchen, sind Anreize für Investitionen. Doch stattdessen wurde der von vielen Wohneigentümern erhofften steuerlichen Förderung von energetischen Gebäudesanierungsmaßnahmen im Vermittlungsausschuss des Bundesrats eine Absage erteilt. Und das ausgerechnet vom Land NRW! Das nenne ich Stillstand de luxe.“

Positive Impulse für die aktuelle Konjunktur würden durch solche Fehlentscheidungen bestimmt nicht gegeben, moniert der Dortmunder Unternehmer. Schon gar nicht, wenn man bedenke, dass kleine und mittlere Betriebe die auf 5,3 Cent erhöhte EEG-Umlage zur Förderung von Öko-Energien in vollem Umfang zu zahlen hätten, die Großindustrie aber Vergünstigungen in Anspruch nehmen könne. Gerade der Mittelstand aber stehe für Wachstum und Beschäftigung. Das zeige sich etwa an den weiter stabilen Unternehmenszahlen im Dortmunder Kammerbezirk: 19 860 Mitgliedsbetriebe gebe es im östlichen Ruhrgebiet, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von insgesamt 131 Betrieben (0,66 Prozent) entspreche.

Leichte Rückgänge

Bezüglich der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Kammerbezirk (insgesamt 4149) stellt Kentzler fest, dass es im Vergleich zum Vorjahr minimale Rückläufe von 0,88 Prozent gebe. Dies sei vor allem den Rückgängen bei den außerbetrieblichen Lehrverträgen geschuldet, die sich derzeit auf insgesamt 362 beliefen (-16 Prozent). Kentzler unterstreicht, dass die berufliche Ausbildung junger Menschen im Kammerbezirk wie auch bundesweit das wichtigste Element zur Fachkräftesicherung bleibe.. Dabei setze man Vieles daran, auch noch mehr junge Migranten für eine Lehre zu begeistern.

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Dortmund