Krebskranke Kinder wollen lachen
29.02.2008 | 20:47 Uhr 2008-02-29T20:47:34+0100Wie muntert man einen sterbenden Teenager auf? Silke Eumann und Bernd Witte haben es getan. Mit einem Kloß im Hals erfüllten sie einer 15-Jährigen Krebspatientin den letzten Wunsch und gaben eine Abschiedsvorstellung. ...
... Am Krankenbett spielten sie ihre Paraderolle: Als Clowns der Clownsvisite. Seit fünf Jahren gehört diese Visite zum Klinikalltag dazu. Die Hauptdarsteller erinnern sich. Auch an die Geschichte mit der 15-Jährigen. "Wir kannten das Mädchen schon lange", erzählt Silke Eumann. Nach der Vorstellung habe man es in den Arm genommen. "An diesem Tag haben wir sie zum letzten Mal gesehen, danach sie ist gestorben." Von Kindern könne man lernen, "sie gehen ganz anders mit dem Tod um als Erwachsene". Eumann und ihr Schauspielkollege Bernd Witte gehören zu einem zehnköpfigen Ensemble, das auf der Station für die Abteilung "Lachen" zuständig ist.
Einmal in der Woche besuchen sie die krebskranken Kinder. Drei Stunden lang sorgen sie dafür, dass die jungen Patienten ihre Schmerzen und die Krankheit vergessen. Sorgen für den Glanz in den Augen, der erloschen zu sein schien. "Kinder die abgelenkt sind, haben weniger Schmerzen. Es hilft beim gesund werden", sagt Dr. Dominik Schneider.
Abschiedsvorstellung für eine 15-Jährige
Der Chef der Kinderklinik des Dortmunder Klinikums betont, dass die Clowns auf der Station für ein allgemeines Wohlbefinden sorgten. Im Falle von Eumann und Witte ist die Rollenverteilung klar. Sie, Flocke, ist der weiße, weise Clown. Er, Knolle, der rote, naive. Bevor sie die Patienten besuchen, werden sie informiert. Eine Krankenschwester erzählt ihnen, wie alt die Patient sind, welche Krebsart sie haben. Manchmal müssen die Clowns ihr buntes Kostüm gegen den weißen Kittel eintauschen. Ihre rote Pappnase ist dann der einzige Farbtuper.
"Action gegen Langeweile. Wenn es 'was ruhiges sein soll, machen wir das auch", berichten Eumann und Witte. Häufig führten die Kinder Regie. Dann spielen Flocke und Knolle zum Beispiel Arzt und Patient. Weil die Mädchen und Jungen häufig seit Jahren in Behandlung sind, geben sie Tipps. "Nach einer Lumbalpunktion hat man Hunger. Du musst jetzt was essen", habe ein Junge geraten. Keine Frage, auch dieser Wunsch wurde erfüllt.
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