Kreativ-Projekte werden trotz fehlender Nachfrage gefördert
23.02.2013 | 05:00 Uhr 2013-02-23T05:00:00+0100Dortmund. Das mit Fördergeldern finanzierte "European Centre of Creative Economy" (Ecce) ist für Kritiker eine Verschwendung von Steuergeldern, für die Verantwortlichen ein Vermittler zwischen Kultur und Wirtschaft. Wir haben uns die Kreativ-Projekte anlässlich des Besuchs von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin genauer angesehen.
Am Freitag besuchte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) das "European Centre of Creative Economy" im U-Turm, "um sich das Projekt anzusehen." Ecce, sprich Etsche, ist eine öffentlich geförderte, von der Stadt Dortmund 2011 gegründete GmbH, mit dem Auftrag von Land und Regionalverband Ruhr (RVR), dafür zu sorgen, dass Akteuren in zwölf "Kreativ-Quartieren-Ruhr" Fördermittel bis 2015 zufließen - ein Nachfolgeprojekt der Kulturhauptstadt Ruhr 2010.
1,6 Millionen Euro für Projekte
In Dortmund ist das Union-Viertel ums Dortmunder U ein solches Kreativ-Quartier. Das lässt sich das Land einiges kosten. Das Ecce (15 Mitarbeiter) erhält für 2013/2014 600.000 Euro an Betriebskosten und bekam zudem für mehrere Projekte 1,6 Millionen Euro bewilligt, darunter für die alternative Immobilien- und Servicedatenbank "kreativquartiere.de" und die Web-TV-Plattform "Labkultur.TV".
Allerdings musste Ecce-Geschäftsführer Prof. Dieter Gorny auf Nachfrage einräumen, dass die seit Juni 2012 laufende Immobiliendatenbank kaum angenommen wird. Für Dortmund sind gerade mal 14 Immobilien-Angebote eingestellt. Gesuche gibt es gar keine.
Es sei "nicht üblich, in der Ergebnismenge zu suchen", meinte Gorny dazu. Und: Man könne so etwas nur anbieten, wenn das nicht genutzt werde . . . "In Holland klappt das", fügte er hinzu.
Unter der für Künstler- und Kulturschaffende gedachten Rubrik kostenlose Kleinanzeigen sind nur solche zu finden, die von Ecce-Mitarbeitern eingestellt wurden.
Erfolge kaum zu messen
Auch beim Ecce-Internet-Projekt "LabkulturTV", das Kunst, Kultur, Kreativität und deren Akteure multimedial und europaweit zusammenführen soll, lassen sich die Erfolge kaum messen. Nimmt man jedoch die Kommentare zum Maßstab, die die Besucher der Internetseite unter den einzelnen Beiträgen hinterlassen, sieht es mau aus. In der Regel: null.
Auch wenn der Etat dafür drastisch zurückgefahren wird - auf 300 000 Euro in diesem und 150.000 Euro im nächsten Jahr - in das "Labkultur.TV" sind bereits mehr als zwei Mio. Euro geflossen.
Ursprung in der Kulturhauptstadt
Ecce hat seinen Ursprung in der Kulturhauptstadt RUHR.2010 und war anfangs ein Institut. Die Stadt Dortmund war zunächst Alleingesellschafter der späteren GmbH, inzwischen wollen die Kommunen mit Kreativ-Quartieren sich beteiligen.
08:25
sofort das "Projekt" einstellen, bevor sich noch jemand die Eier wund schaukelt.
12:27
... mehr nicht! Die Stadt zahlt nichts dazu - falsch! Jährlich 10,2 Millionen Euro Betriebskosten und ein hoher zweistelliger Millionenbetrag für die Mehrkosten des Dortmunder U müssen aufgebracht werden - Gelder die dringend anderenorts benötigt werden. Die Mieten der sogenannten Kreativen kommen vom Land NRW - na prima -das sind aber auch Steuergelder mit denen das Land das U subventioniert - Gelder die insgesamt fehlen. Oder ist das Land NRW etwa auf Finanzrosen gebettet?
Das U ist ein Mahnmal für eine unfähige Politik Gesellschaft zukunftsfähig und gerecht zu gestalten und ein Mahnmal für staatliche Klientelpolitik und Geldverschwendung vom aller übelsten - aber auch keinen Deut weniger!
11:53
Wie kann man heutezutage noch glauben, ausserhalb der großen "Sozialen Netzwerke" wie youtube, facebook,... mit eigenen Webangeboten wahrgenommen zu werden? Dilletantisch!
11:00
Na dann hat Gorny seinen Job ja wie immer gemacht - Geld mit Dampflaberei verbrennen, damit er und Andere sich damit schmücken können.
08:03
Ein netter Begriff für "Geld aus dem Fenster werfen".
Es muss immer daran gedacht werden, dass in NRW Geld für wichtige Bereiche fehlt. Die Kindergärten/Schulen sind nicht vernünftig ausgestattet, Kinder können keine Klassenfahrten machen etc.
Für die Geldvernichtung im Bereich des Us ist immer noch Geld da. Das mögen andere verstehen, ich nicht. Die Kreativen erzählen immer viel von der Unabhängigkeit, nur dann müssen sie auch Märkte finden.
Im Fernsehen wurde schon vor einiger Zeit auf Video-Projekte hingewiesen, die im Internet Aufrufraten, die auf einen erweiterten Familienkreis schließen ließen, gezeigt, die aber hoch gefördert wurden. Waren das auch Projekte in diesem Umfeld?
Die Förderung in diesem Bereich muss direkt auf 0 zurückgefahren werden. Mit dem Geld kann man mehr öffentlich geförderte Jobs aufbauen.
Wenn dann die Politik trotz steigender Einnahmen immer von fehlendem Geld spricht, ist das nicht mehr nachvollziehbar. Für Spaßprojekte u. Spielwiesen ist Geld da.