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Krankenkasse kämpft um guten Ruf

16.11.2012 | 18:09 Uhr
Krankenkasse kämpft um guten Ruf
Rund 18.000 Quadratmeter Büroflächen hat die Krankenkasse BIG im Neubau neben dem Dortmunder U angemietet.Foto: Hans Blossey

Dortmund. Zu groß und daher auch zu teuer sei der 18 000 qm große Bürokomplex, den die BIG Gesundheitskasse sich am Dortmunder U maßschneidern ließ. Das ist im Kern ein wesentlicher Punkt auf der Mängelliste, die bei der Überprüfung der Bundesinnungskrankenkasse Gesundheit (=BIG) auftauchen. BIG-Vorstand Frank Neumann war beurlaubt worden, nachdem der Bundesrechnungshof das Ausgabengebaren der BIG moniert hatte.

Neben den vom Rechnungshof erhobenen Vorwürfen (Sponsoring, Korruptionsprävention und Umgang mit Geschenken) „steht nun auch der Vorwurf des unwirtschaftlichen Mietaufwands im Raum“, bestätigt auf WAZ-Anfrage Peter Kaetsch, der jetzt als Vorstand die Geschäfte der Krankenkasse führt. Das Bundesversicherungsamt habe als Fachaufsicht eine entsprechende Kritik geübt.

Es sei zu früh, ein Urteil zu fällen. Kaetsch rechnet nicht damit, dass es noch 2012 Ergebnisse der Prüfung gibt, die die Kölner Kanzlei Luther für den BIG-Verwaltungrat ausarbeiten soll. Auf Anraten der Kanzlei Luther hatte der Verwaltungsrat bereits ein „Verfahren zur Amtsenthebung“ gegen Frank Neumann auf den Weg gebracht. Das ist ebenso noch ohne ein End-ergebnis wie die Klärung der Frage, ob die BIG Regressansprüche gegen den beurlaubten Vorstand geltend machen kann.

„Wir waren eine Kasse, die dynamisch wuchs.“ Daher sei die Anmietung der großen von Kölbl und Kruse erbauten Immobilie (für 15 Jahre) gut begründet gewesen, merkt Peter Kaetsch an. Nach der Einführung des Gesundheitsfonds verlangsamte sich das Wachstum aber spürbar. Mittlerweile habe man einige Flächen im Haus untervermietet. Die BIG erwirtschafte nach wie vor Überschüsse, die auch an Mitglieder zurückflössen, so Kaetsch.

Der Gesundheitsfonds belohnt das Sparen nicht

Seit der Einführung des Gesundheitsfonds 2009 können die Kassen ihren Erfolg bei der Einsparung von Verwaltungskosten nicht mehr direkt an ihre Mitglieder weitergeben. Der Wettbewerb wurde auf diesem Feld per Gesetz ausgeschaltet.

Die BIG, die einst sehr geringe Verwaltungskosten auswies, bekommt jetzt aus dem Gesundheitsf0nds die „üblichen“ Anteile, die weit höher als die Kosten vor 2009 ausfallen.

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