Kosten für Dortmunder U-Turm jetzt bei 91 Millionen Euro

Die Kosten für den Um- und Ausbau des U-Turms in Dortmund sind weiter gestiegen.
Die Kosten für den Um- und Ausbau des U-Turms in Dortmund sind weiter gestiegen.
Foto: Menne
Was wir bereits wissen
Und sie steigen und steigen und steigen. Die Kostenspirale im Dortmunder U-Turm dreht sich weiter. Auf rund 91 Millionen Euro werden aktuell die Kosten für Um- und Ausbau des früheren Brauerei-Turms zum Zentrum für Kunst und Kreativität beziffert. Wir erklären, warum es immer teurer wird.

Dortmund.. Der U-Turm in Dortmund wird immer teurer. Die Kosten für den Um- und Ausbau belaufen sich derzeit auf um die 91 Millionen Euro. Die aktuellen Zahlen gehen auf die Kosten-Hochrechnungen der Controller der Firma Assmann zurück, die im Auftrag des städtischen Sondervermögens aktiv sind. Mit einer Kostenschätzung von 54 Millionen Euro war das Projekt vor gut acht Jahren gestartet. Für die Kostenerhöhung gibt es viele Ursachen.

Ein, wenn auch älterer Kostentreiber ist, vor allem die schon 2007 beschlossene Dach- und Fachsanierung. Sie verteuerte sich von ursprünglich kalkulierten 4,9 Millionen Euro auf jetzt rund 20 Millionen Euro. Das Problem: Erst beim Umbau stellte sich heraus, wie marode die Bausubstanz war. Dazu kamen extreme Wetterbedingungen mit strengem Winter.

Vielfältige Gründe

Der von EU und Land geförderte Umbau zum Zentrum für Kunst und Kreativität wurde 2008 für 45,8 Millionen Euro beschlossen, von denen die Stadt 30 Prozent tragen sollte. Inzwischen sind die Kosten auf 60,9 Millionen Euro gestiegen. Die Gründe sind vielfältig. So sollten drei Etagen ursprünglich nur im Messebaustandard ausgebaut werden. Das war nicht lange haltbar, weil allein durch die Staubentwicklung der nicht versiegelten Fußböden die Reinigungskosten zu explodieren drohten.

Der Endausbau für die speziellen Nutzungen und die Ausstattung kamen ebenfalls dazu. Allein die Kosten für den Ausbau des Museums Ostwall summieren sich auf 8,7 Millionen Euro, gut eine Million Euro kostet das U-Kino. Zu den Gesamtkosten für das Dortmunder U unter Regie der städtischen Kulturbetriebe, die dafür eine jährliche Miete von rund 4,4 Millionen Euro an das städtische Sondervermögen als Bauherrn und Eigentümer des U-Turms zahlen, kommt noch der Ausbau für die Gastronomie. Auch hier sind die Kosten durch bauliche Probleme, Planungsänderungen und Sonderwünsche von anfangs rund 4 auf jetzt 5,2 Millionen Euro gestiegen.

Weitere Investitionen

Und ein Ende ist vorerst noch nicht in Sicht. Denn im Erdgeschoss steht noch eine Investition für verbesserten Brandschutz von knapp 200.000 Euro an. Und das Kunstwerke-Depot im Keller muss noch endgültig eingerichtet werden, nachdem es dort Probleme mit feuchten Wänden gab.

Nicht zuletzt treffen immer noch Rechnungen von Baufirmen ein und es wird um Baumängel und Minderungsansprüche der Stadt Dortmund gestritten. Detlef Niederquell als Vertreter des städtischen Sondervermögens geht davon aus, dass eine endgültige Abschlussrechnung erst in ein bis zwei Jahren - also wahrscheinlich bis Ende 2017 - vorliegt. Immerhin: "Die Phasen der großen Kostensteigerungen sind lange vorbei", sagt Niederquell.