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Drogenbericht

Konsum von Cannabis in Dortmund gestiegen, Heroin ist bei Jugendlichen out

23.02.2012 | 12:12 Uhr
Konsum von Cannabis in Dortmund gestiegen, Heroin ist bei Jugendlichen out
Vor allem junge Dortmunder rauchen Haschisch und Marihuana. Foto: dapd

Dortmund.   Heroin ist bei den Erwachsenen in Dortmund weiter die illegale Droge Nr. 1, bei den Jugendlichen hingegen ist sie out. Bei der Drogenberatungsstelle Drobs berichten Mitarbeiter, dass der Konsum von Cannabis zunehme. Vor allem Jugendliche rauchen Haschisch und Marihuana. Crack, Crystal oder Krokodil tauchen kaum auf.

„Heroin ist out“, sagt Anna von Wensiersky. Allerdings nur bei Jugendlichen. Die Sozialarbeiterin bei der Drogenberatungsstelle Drobs sieht Heroin immer noch als illegale Droge Nr. 1 in Dortmund. Aber sie verlöre etwas an Bedeutung: Rund 58 Prozent der Süchtigen, die 2011 in die Beratungsstelle kamen, konsumierten Heroin (515 Menschen). 2008 waren es noch 64 Prozent. Stattdessen spiele der Konsum von Cannabis eine größer werdende Rolle – vor allem Jugendliche rauchen Haschisch und Marihuana: 23 Prozent der Beratungen drehten sich 2011 um die Cannabisprodukte (204 Menschen), 2008 waren es 18 Prozent.

Jugendliche ab 16 Jahren werden von der Drobs beraten. Aber auch Eltern richten sich an die Beratungsstelle. „Und da geht es in den meisten Fällen um Cannabis“, sagt Wensiersky. Anfang 2000 sei der Konsum deutschlandweit angestiegen. „Etwas verzögert ist diese Entwicklung bei uns angekommen“, erklärt die Sozialhelferin, die auch in den Schulen Aufklärungsarbeit leistet. Dort beobachtet sie: Cannabis wird unterschätzt. „Wir kiffen ja nur“ – ein häufiger Satz.

Die Gefahr, von Haschisch oder Marihuana süchtig zu werden, habe in den vergangenen Jahren zugenommen. „Cannabis hat viel mehr THC als noch vor zehn oder 20 Jahren“, sagt Wensiersky. „Damit ist auch die Gefahr bleibender Schäden höher.“

In Schulen kreisen Legal Highs

Bislang noch nicht als Problem in der Beratungsstelle aufgetaucht, aber in der Schule ein Thema, sind Drogen, die zuletzt auf den Markt kamen: die sogenannten Legal Highs. Kleine Tütchen, die als Kräutermischung, Duftgemisch oder Badezusatz im Internet verkauft werden und einen Rausch auslösen. „Spice“ zum Beispiel. Angeblich sind diese Drogen legal. „Doch entweder sind dort künstliches THC enthalten oder Arzneimittel, die nicht frei erhältlich sind“, meint Wensiersky.

Auch andere, zum Teil sehr gefährliche Drogen, seien in Dortmund nach Meinung der Drogenberaterin kein Thema: „Wir haben kein Crack und kein Crystal. Und auch kein Krokodil.“ Letzteres ist ein Heroinersatz, vor dem das Gesundheitsministerium NRW im Herbst 2011 gewarnt hatte, weil die Droge u.a. zu Organversagen führen kann.

Mehr Drogen auf einmal

Den Drogenberatern fallen andere Probleme ins Auge: „Zugenommen hat in den letzten Jahren, dass die Menschen mehrere Drogen auf einmal konsumieren“, sagt Wensiersky. „Multitoxisch“ ist das Fachwort. Zum Beispiel werde sich mit Kokain aufgeputscht, mit Cannabis beruhigt. Heroinsüchtige nähmen zusätzlich Medikamente. „Das ist schwer behandelbar und die gesundheitlichen Folgen sind gravierender.“

Ein weiteres Problem könnte eine solche Folge sein: Psychische Störungen und Psychiosen werden ebenfalls häufiger von den Drobs-Mitarbeitern beobachtet.

Christina Römer

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Kommentare
23.02.2012
15:57
Heroin ist ... weiter die illegale Droge Nr. 1 ... Großer Blödsinn!
von Hans420 | #3

Heroin ist eine der härtesten und schädlichsten Drogen überhaupt. Im Vergleich zu anderen Stoffen, insbesondere zu Cannabis, gibt es nur eine geringe Anzahl von Heroin-Konsumenten, möchte man verschiedenen Berichten und Veröffentlichungen glauben. Wenn bei der "Drobs" nun über 50% der Klienten Heroin-Süchtige sind, so heißt dies nicht, dass dieser Stoff auch Nummer Eins ist und am meisten konsumiert wird.

Am häufigsten wird die (legale) Droge Alkohol konsumiert. Die am häufigsten konsumierte illegale Droge ist Cannabis. Da sich dieses Bild bei der "Drops" nicht wiederspiegelt kann man daraus schließen, dass Cannabis nicht mit der Gefährlichkeit von Heroin verglichen werden kann.

Daher ist eine Gesetzgebung, die Cannabis mit Heroin auf eine Stufe stellt, ungerechtfertigt und gehört geändert!

23.02.2012
14:10
Konsum von Cannabis in Dortmund gestiegen, Heroin ist bei Jugendlichen out
von Willi69 | #2

@1
Zustimmung!

23.02.2012
14:02
Konsum von Cannabis in Dortmund gestiegen, Heroin ist bei Jugendlichen out
von helmei | #1

„Cannabis hat viel mehr THC als noch vor zehn oder 20 Jahren“, sagt Wensiersky. „Damit ist auch die Gefahr bleibender Schäden höher.“

Aha. Klar, wenn ich bisher drei Liter Bier getrunken habe, trinke ich natürlich auch drei Liter Schnapps, wenn diese verfügbar sind. Welche "bleibenden Schäden" THC hervorrufen kann ist mir allerdings unklar geblieben. Ggf. sollten solche Behauptungen auf ihre Richtigkeit überprüft werden, bevor man sie unkritisch übernimmt. Glücklicherweise kann man sich ja in weniger interessengeleiteten Medien darüber informieren. Wikipedia bietet bspw. einen guten Überblick.
Das Personen, die von der Inkompetenz anderer Menschen im Bezug auf ihren Rauschmittelkonsum leben, ein hohes Interesse an der Dämonisierung von Drogen haben, sollte jedem klar sein. Erfreulich ist imO, dass weniger körperlich schädigende Substanz und mehr - zumindest im Erwachsenenalter - weitgehend unschädliches THC konsumiert wird. Das spricht doch für eine zunehmende Drogenkompetenz.

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