Wirtschaft
Konjunktur schwappt über
02.09.2010 | 17:40 Uhr 2010-09-02T17:40:00+0200
Dortmund. Der unerwartet deutliche Wirtschaftsaufschwung der letzten Monate schwappt auch auf Dortmund und Umgebung über. Besser noch: Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen in der Region des IHK-Bezirks blicken mit großem Optimismus in die nahe Zukunft. Das geht aus der aktuellen Sommerumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund hervor.
Danach beurteilten rund 91 Prozent der befragten 600 Unternehmer ihre Lage als befriedigend bis gut. Fast 95 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verbessert oder wenigstens nicht verschlechtert. Im April lag dieser Wert noch bei 91 Prozent. „Ich frage mich, wo die Krise geblieben ist“, so IHK-Präsident Udo Dolezych.
Glaubt man der Umfrage, dürfte sich dieser Trend bald auch positiv auf dem Arbeitsmarkt auswirken. 18 Prozent der Unternehmen glauben an einen Job-Zuwachs. Im April waren es nur 12 Prozent. Die Zahl der Skeptiker, die von weiteren Arbeitsplatzverlusten ausgehen, hat sich dagegen von 14 auf 7 Prozent halbiert. Die Sorgen richten sich derzeit auf eine andere Entwicklung, denn der vor allem durch die rückläufige Zahl der Schulabgänger verursachte Fachkräftemangel bringt immer mehr Firmen in Bedrängnis. Jeder fünfte Betrieb hat bereits Probleme, passende Mitarbeiter für seine offenen Stellen zu finden.
Verstärkt wirbt die IHK deshalb dafür, Migranten für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Erst 17 Prozent der befragten Firmen suchen gezielt in dieser Bevölkerungsgruppe nach geeigneten Mitarbeitern.
Gewonnen hat die heimische Wirtschaft auch durch die boomende Nachfrage aus dem Ausland. Die Exportquote stieg in den ersten Monaten des Jahres auf 37 Prozent, im Juni lag sie sogar um 14,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Traumquoten von über 40 Prozent wie vor der großen Krise scheinen also wieder erreichbar.
Dass die Dortmunder Wirtschaft ihre einstige Monostruktur - das Erbe aus der Montanzeit - weit hinter sich gelassen hat und inzwischen breit und eher mittelständig aufgestellt ist, belegen folgende Zahlen: Allein in den letzten zehn Jahr stieg die Zahl der Betriebe von knapp 22.000 auf über 30.000 - ein Zuwachs von 38,5 Prozent.
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19:46
Ich hab mal spaßeshalber die Stellenanzeigen rausgekramt.
Mein Eindruck:
es handelt sich in der Mehrzahl um Angebote im Billiglohnsektor; bei Zeitarbeitsfirmen und in Call-Centern, sowie den 400 € Jobs.
Wer qualifizierte Arbeitskräfte haben will, muß dafür auch bereit sein, einen fairen Preis zu bezahlen. Und zwar an die Arbeitnehmer und nicht an Mitesser, die wie Blutegel dazwischen kleben.