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Zwischen Liebe und Qual

04.01.2010 | 18:18 Uhr

Wo hört Tierliebe auf und fängt die Quälerei an? Um dieses Thema macht man besser einen großen Bogen – weil seine Grenzen von Menschen gezogen werden, die sehr überzeugt sind von ihrer Einstellung. Und: weil es mehr Facetten hat, als auf den ersten Blick erkennbar.

Es ist entsetzlich, wenn sich ein Esel mit einer schmerzhaften Verletzung so lange quälen muss, bis ihn nur der Tod erlösen kann. Wer die Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, ist verpflichtet, und zwar an erster Stelle moralisch, sich zu kümmern und dieses Tier eben nicht zu vernachlässigen. Woran wir das messen? An Eckpfeilern wie genügend Platz, Futter, Hygiene einerseits. Dass die Zwingergröße eines Jagdhundes den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, heißt aber lange nicht, dass das Tier vielleicht hinter Gittern vereinsamt. Dass der Zirkusgaul, der tagein tagaus im Kreis läuft, Kindern Freude macht, bedeutet nicht, dass Pferde so leben sollten. Kümmert sie, dass ihr Steak zwischen Stall und Teller nicht einen Grashalm gesehen hat? Und ehrlich: der Hund, der auf dem Sofa mit Leberwurst fett gefüttert wird, ist n i c h t glücklich.

Es gibt tausend Beispiele. Tiere, die quälen sich durch Not, andere durch Überfluss. Immer aber sind sie „Nutz”-Tiere. Wir benutzen sie – ob als Ersatzmenschen, Futterlieferanten, Freizeitpartner, Attraktionen... Und wir Menschen ziehen die Grenze zwischen Liebe und Qual – selten genug achtsam.

Anja Schröder

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