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Wie wach ist das Auge?

31.08.2010 | 18:43 Uhr

Auch wenn die Polizei - wie jedes Jahr - betonen wird, dass man die Beeinträchtigungen für die Bürger so gering wie möglich halten wird, so wird der Bereich rund um den Naziaufmarsch in der westlichen Nordstadt hermetisch abgeriegelt sein.

Unheilvolle Szenarien, die die Dortmunder in den vergangenen Jahren nur allzu leidvoll miterleben mussten. Zudem scheint es, als werde der Protest gegen die Nazis an allen Ecken und Kanten beschnitten. Den Nazis selbst gestattet die Polizei, durch die Nordstadt zu ziehen. Abgeschottet vom Protest - unter strengen Auflagen. Doch was nützen diese strengen Auflagen, wenn - wie in Witten - die Dortmunder Nazis ungehindert das verbotene „HJ-Lied“ anstimmen durften und das mehrfach. Ein Straftatbestand. Und so ist es zumindest fraglich, wie wach das wache Auge der Behörden ist.

Was aber völlig unverständlich ist, ist die Tatsache, dass man nun noch ein Neonazi-Konzert am Vortag der Demo inmitten der Innenstadt genehmigt,. Für die Polizei ist es eine „politische Kundgebung“. Doch wenn selbst die Neonazis damit werben, durch die Rechtsrockmusik Nachwuchs zu rekrutieren, dann sollte das zumindest zu denken geben. Und auch für ein Verbot in der viel belebten Innenstadt ausreichen. Das wäre zumindest bei aller Verbotsdiskussion um die komplette Demonstration ein Zeichen. Auf das warten die Bürger in diesem Jahr wieder vergeblich.

Andreas Winkelsträter

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