Unverzichtbar
18.02.2010 | 05:00 Uhr 2010-02-18T05:00:00+0100Die Vorgaben sind einfach. In einer haushaltslosen Zeit darf die Kommune nach der Gemeindeordnung nur das Geld ausgeben, wozu sie rechtlich verpflichtet ist. Freiwillige Ausgaben bedürfen der Zustimmung der Kommunalaufsicht. Sozialarbeiter in Schulen zu beschäftigen, ist eine freiwillige Leistung.
Also ist es verständlich, dass auch der Erhalt ihrer Stellen bei der Kämmerei geprüft wird, wenn es darum geht, aus allen Ecken der Stadtverwaltung millionenschwere Einsparungen zusammenzuklauben, um einen für die Bezirksregierung akzeptablen Haushalt auf die Beine zu stellen.
Dennoch gibt es sensible Bereiche, bei denen es sich lohnt, besonders genau hinzuschauen, bevor man den Rotstift ansetzt. Sozialarbeiter leisten in den Schulen wertvolle Arbeit. Sie kümmern sich um Schüler, die drohen, durch das soziale Netz zu fallen, deren Probleme im Unterricht und zu Hause weder von Lehrern noch Eltern zu lösen sind.
Es ist mittlerweile unbestritten, dass viele Familien mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. Ein Zustand, dessen Ursachen auf einem anderen Blatt Papier stehen, der aber nun einmal Fakt ist. Also benötigen wir Menschen, die denjenigen helfen, die unter dieser Situation leiden. Den Kindern. Auch um zu vermeiden, dass sich diese ebenfalls zu Menschen entwickeln, unfähig ihren Nachwuchs anständig und fürsorglich zu erziehen. Diese Aufgabe übernehmen die Sozialarbeiter.
Kämmerer Jörg Stüdemann weiß das. Schuldezernentin Waltraud Bonekamp auch. Sie muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass angesichts des Haushaltslochs schwerlich alle vor dem Crash begonnenen Projekte ihres Dezernats zu halten sind. Will sie die Sozialarbeiter retten, muss an anderer Stelle gespart werden.
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