Trübes Licht
02.02.2010 | 18:23 Uhr 2010-02-02T18:23:00+0100Es ist nicht so, dass Frank Hengstenberg ein Laie auf den Feldern der Abfallwirtschaft ist.
Zu lange ist er an führender Stelle im politischen Geschäft und in entsprechenden Gremien, als dass dieser Vorwurf wirklich etwas taugt. Es sind die politischen Zusammenhänge der letzten Monate, das Zusammenspiel von Rot und Schwarz, das die Personalie in ein trübes Licht taucht, auch wenn Frank Hengstenberg gestern mehrfach den Begriff der Transparenz bemühte.
Die SPD signalisiert Zustimmung für einen CDU-Mann als Personaldezernenten, die CDU trägt SPD-Mann Stüdemann als Kämmerer mit. Für all das gibt es inhaltlich Gründe, all das hat aber auch einen Beigeschmack. Rot-Schwarz zieht an einem Strang – und Hengstenbergs Wechsel kommt somit zur Unzeit, da die Dortmunder Öffentlichkeit zu Recht sensibel bis gereizt auf derartige Hinterzimmer-Absprachen reagiert.
Die CDU behält nun einen Mann auf einem wichtigen Posten der Entsorgungswirtschaft, wo mittelfristig wichtige Weichenstellungen anstehen. Die CDU hat aber auch im kommenden OB-Wahlkampf ein ernstes Problem. Pöstchenschieberei - das war der Vorwurf, den sie bislang lautstark äußerte. Jetzt muss ihr Kandidat Joachim Pohlmann dem Vorwurf der Kungelei mit Blick auf seine eigene Partei entgegentreten. Politik-Neuling Pohlmann – fern vom Rathaus-Geschacher – wird sich bedanken.
0mitdiskutieren