Sieben Tage im Oktober
16.10.2008 | 19:32 Uhr 2008-10-16T19:32:43+0200Heute vor einer Woche erklärte Dr. Gerhard Langemeyer seinen Verzicht auf eine dritte OB-Kandidatur. Eine Nachricht, die einschlug wie eine Bombe. Doch was ist seither geschehen? Gar nichts. ...
... Der spektakuläre, von vielen herbeigesehnte Rückzieher des umstrittenen Amtsinhabers vor sieben Tagen hat bis heute ein merkwürdiges Gefühl der Leere hinterlassen. Und: In das entstandene Vakuum vorzustoßen, hat bislang noch niemand gewagt.
Vorsicht lautet vielmehr die Devise der politischen Akteure. Eisern hält CDU-Chef Fritz fest an seinem Plan, den eigenen OB-Kandidaten ja nicht zu früh aufs Feld zu lassen. Fritz gibt sich unbeeindruckt angesichts der SPD-Turbulenzen. Insgeheim weiß die Opposition aber sehr genau, dass die Sache nicht leichter geworden ist. Langemeyer hätte Angriffsfläche geboten wie sonst niemand. Stüdemann oder Sierau zu demontieren, das dürfte im Wahlkampf erheblich schwerer fallen.
Auch die Grünen trauen dem Braten offenbar noch nicht. Als wäre nichts geschehen, ziehen sie ihre eigene Kandidaten-Kür durch. Mit der wollten sie eigentlich nur ein deutliches Signal an die SPD absetzen: "Ja zur Koalition, aber bitte nicht mit Gerhard Langemeyer". Eigentlich müsste nun der Weg frei sein für eine Neuauflage von Rot-Grün im Rat. Doch sicherheitshalber hält man die grüne Drohkulisse aufrecht: Bleibt Mario Krüger im Ring, könnte das zum Knockout des SPD-Kandidaten führen. Das werden die Grünen im Ernst nicht im Sinn haben. Wohl aber dürften sie ein Fremdgehen der roten Politfreunde verhindern wollen. Denn nichts ärgert kleine Parteien so sehr wie große Koalitionen.
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