Rechte und Rechnungen
21.06.2010 | 22:14 Uhr 2010-06-21T22:14:00+0200Ja, das Recht. Ein hohes Gut. Auch der Datenschutz, ganz unbestritten. Aber wie steht es um das Recht auf körperliche Unversehrtheit am Arbeitsplatz? Wer hat das geschützt, als die Envio-Arbeiter im Giftstaub standen? Das Gesetz? Der Arbeitgeber? Die Überwachungsbehörde? Keiner. Jetzt wird Politik mit dem Schicksal von Menschen gemacht. Vordergründig wird das Gesetz zitiert, an das Recht gemahnt. Und hintenherum werden alte Rechnungen beglichen. Hier geht es nicht um persönliche Daten. Hier geht es um persönliche Animositäten. Unsäglich.
20:41
@ movienrz
Es ist aber auch noch keine 30 Jahre her, als Häuslebauer in Dorstfeld plötzlich in stinkender, benzolverseuchter Erde standen, das Gesundheitsamt die Proben für völlig harmlos erklärte und nach langem Hin und Her zwischen Stadt und dem Geländebesitzer Harpen AG die Stadt dann neue Häusken bezahlte und als Lehre das Umweltamt gründete.
Scheint evt. auch noch Einigen im Nacken zu sitzen, die Geschichte...
19:12
Das könnte für die roten in Dortmund herzhaft peinlich werden, wenn sich dann nämlich rausstellen würde, dass kein Geld dafür da war.
Wenige Wochen später verkündete Langemeyer die Ebbe in der Kasse, von der angeblich keiner gewußt haben will.
17:00
@ #3
Laut einer PK von heute Mittag hat Fr. Düsterhaus zumindest ein konkretes Bluttest-Ergebnis aus dem Hafenumfeld, welches sie als beruhigend bezeichnete, in der Hand.
Es sind bis jetzt insgesamt rund 500 Einzel-Blutproben genommen worden und qualitative Aussagen, ob, wo und wie hoch sich PCB-Kontaminationen bei den Hafen-Anliegern zeigen, können wohl erst in gut einem Monat gemacht werden.
Die Frage der Linken im Ausschuss sollte wohl eher lauten, warum das Gesundheitsamt diese Blutproben nicht schon vor einem Jahr in Auftrag gegeben hat.
09:57
@Vaikl: Könnte es sein, dass es dies mit einer Anfrage der Linken zusammen hängt, die am Mittwoch im Ausschuss zu beantworten sein wird ? Dort geht es um die Ergebnisse und die Frage warum angesichts der Ergebnisse das Gesundheitsamt die Untersuchungen einstellen will.
01:33
Ach, und noch etwas: Wer musste denn Envio über all die Jahre wirklich regelmäßig überwachen?
Kann es nicht sein, dass Envio als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb sich - natürlich mit umfangreichem Papierkram - nur einer Technischen Überwachungsorganisation ala TÜV überantworten musste? Da wird dann nicht groß das Gelände gecheckt - ISO9001/14001 reichen für eine Tasse Kaffee im Chefbüro und ein paar Formulare aus.
01:25
Herr Brandt, Sie haben ja mit den unglaublichen Animositäten zwischen Politik und den Behörden vollkommen recht!
Aber ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet jetzt, wo Namen und Anschriften der couragierten Mitarbeiter ins Spiel kommen, sich ein bis dato völlig passives Dortmunder Gesundheitsamt für eben diese interessiert, obwohl Fr. Düsterhaus hier wirklich nur die Aufgabe hatte, Blutproben zu entnehmen und zu versenden?
Wo waren denn die Dortmunder Ämter, als es schon in 2007 Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei Envio gab, als Anfang 2009 die Probenergebnisse vom LANUV vorlagen und als sich die Hinweise auf wenige Hafen-Firmen verdichteten?