Partyprovinz droht
07.12.2009 | 22:00 Uhr 2009-12-07T22:00:00+0100Wirtschaftskrise, Rauchverbot, falsche Konzepte. So unterschiedlich die Erklärungsversuche für die Ursache der Krise in der Dortmunder Szene-Gastronomie sind, so einfach, aber hart ist die Wirkung. Kneipen kämpfen um ihre Existenz, müssen vielfach sogar schließen.
Dass es jetzt auch das gefeierte und viel besungene Kreuzviertel erwischt, überrascht selbst Kenner der Szene. Jahrelang galt dieses Quartier als beste Empfehlung für gute Küche und eine gepflegte Kneipen-Tour. Jetzt droht dieses in Dortmund einzigartige und zusammenhängende Stück Gastronomie-Kultur, zu einem zerpflückten Flickenteppich zu verkommen.
Nach dem Verlust des Thier-Geländes und dem Dahinsiechen der Club-Szene, das auch die eine oder andere Neueröffnung und das städtisch geförderte FZW noch nicht haben kompensieren können, wäre das ein Verlust, der Dortmund endgültig den Stempel „Partyprovinz” aufdrücken würde. Konnte man bei dem Clubsterben und der ausbleibenden versprochenen Hilfe bei der Neubelebung durch die Stadt den Schwarzen Peter noch der Verwaltung zuschieben, sind nun die Gastronomen selbst gefragt, die Durststrecke zu überwinden. Kneipe allein genügt nicht mehr in den Zeiten, in denen Kurzarbeiter ihren Euro dreimal umdrehen. An Mut mangelt es nicht, nur müssen die Ideen auch zünden. Das ist das Hauptproblem.
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