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Kommentar

Neue Qualität

11.05.2010 | 21:00 Uhr

Die neuen Vorwürfe gegen die Envio AG haben eine andere Qualität als alles, was die Firma bisher in die Schlagzeilen brachte. Hier geht es nicht um den PCB-Wert X oder die Abluftanlage Y. Hier steht der Verdacht krimineller Energie im Raum.

Natürlich gilt auch hier noch die Unschuldsvermutung. Aber die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht von ungefähr.

Unsachgemäße Handhabung von PCB, fahrlässiges Freisetzen von Giftstoffen, arglistige Täuschung, Betrug, Manipulation. Träfen nur einige dieser Anschuldigungen zu – die Suche nach den Hauptschuldigen für die PCB-Belastungen im Hafen müsste neu aufgezogen werden. Bislang war Envio diesbezüglich außen vor. Ein Emittent, vielleicht. Aber nicht der größte. Die indizieren Windrichtung und PCB-Konzentrationen weiter westwärts im Hafen. Dort gibt es viele Schrottverwerter. Sollte denen tatsächlich PCB-haltiges Material untergeschoben worden sein, wie der Ex-Envio-Produktionsleiter behauptet, dann würde es zappenduster um den einstigen Vorzeige-Umweltbetrieb.

Da dieser Ruf längst angekratzt ist, fragt sich, warum bis heute keine unangemeldete Kontrolle stattgefunden hat. War der Bezirksregierung Arnsberg das Eisen zu heiß? Die Staatsanwaltschaft bringt jetzt Bewegung in die Sache.

Und Envio? Tut nicht viel, um Vertrauen aufzubauen. Ein einzeiliges pauschales Dementi. Etwas dünn bei derart schweren Vorwürfen.

Klaus Brandt

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Kommentare
12.05.2010
01:54
Neue Qualität
von vaikl | #1

Lieber Herr Brandt, am Anfang des Jahres haben Sie ja noch zusammen mit Herrn Steitz in das gleiche Horn gegen Düsseldorf und Arnsberg getutet. Jetzt fällt Steitz wieder mal aus allen Wolken, was Envio angeht, und konnte sich bisher ja überhaupt nicht vorstellen, dass so ein Öko-Vorzeigebetrieb überhaupt in Verdacht gerät.

Welche Fragen stellen Sie denn jetzt angesichts dieser Ignoranz von Herrn Steitz in den letzten Monaten? Z.B. diese: Hätte man seitens des Dortmunder Umweltamtes nicht doch eigene Möglichkeiten gehabt, dort mal näher hinzuschauen? Oder war das vielleicht die ganze Zeit über nicht gewollt?

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